Wir müssen nur WOLn oder: die Evolution des guten Vorsatzes

 Deine guten Vorsätze haben sich jetzt schon in Luft aufgelöst? Egal,  Working Out Loud  ist der neue heiße Scheiß: In der Gruppe teilst du deine Arbeitsfortschritte und holst dir Unterstützung von anderen: Und zwar so, dass du deine Vorhaben auch umsetzt.

Working out loud
© Pixabay

12-5-1.

Am Anfang steht dein Wunsch, dein Ziel, dein Wille zur Veränderung. Du hast Silvester samt aller Nachwehen hinter dich gebracht und willst nun, im neuen Jahr angekommen, alles anders machen. Besser. Effektiver. Ehrlicher. Vielleicht willst du eine neue Fähigkeit erwerben. Fließend Norwegisch sprechen. Den "Mann ohne Eigenschaften" in einem Zug durch lesen, die langersehnte Reise nach Neuseeland planen. Ein neuer Job, der dich endlich mal glücklich macht. Ein besserer Umgang mit der Chefin oder dem Kollegen. Dein Traum von der Selbstständigkeit. All die Dinge, die du schon immer tun wolltest,  die du aber im Trubel der Alltagswirren und Stressattacken so rasch aus den Augen verloren hast wie deinen ersten Schwarm mit 12. 

John Stepper, der lässige Amerikaner mit dem kahlen Kopf, hat nach drei Jahrzehnten in Konzernen in Working Out Loud seine Mission gefunden: Er will der allgemeinen Jobunzufriedenheit den Garaus machen und aufzeigen, dass wir in 12 Wochen echte Veränderung in unserer Arbeit, in unserem Leben erschaffen können - mit der Macht der Peer-Group.

Zwölf Wochen. Fünf Menschen. Eine Mission.

 

WOL geht nämlich davon aus, dass wir viel sinnerfüllter und intrinsisch motivierter arbeiten, wenn wir unsere Arbeitsfortschritte mit anderen teilen - mithilfe von sozialen Netzwerken und/oder im echten Leben. Und: Die Erfahrung, dass andere uns in unserem Vorhaben unterstützen, gibt uns die nötige Energie, weiterzumachen, wo wir alleine längst aufgegeben hätten. Der gute Vorsatz wird auf die nächste Stufe gehoben: auf die der vielen, kleinen Taten nämlich.

 

WOL ist ein einfaches Modell, um endlich ins Tun zu gelangen, auch wenn es mitunter Hürden gibt (das Dranbleiben am Ziel während des Tagesgeschäfts und die regelmäßigen Meetings verlangen schon einiges an Organisation und Durchhaltevermögen ab).

 

Konkret geht WOL so:

 

+ Eine Gruppe von vier bis fünf Leuten trifft einander 12 Wochen lange für eine Stunde pro Woche in vertrauensvoller Atmosphäre - real oder virtuell, etwa via Skype.  Mit den Circle Guides gibt es klare Vorgaben für jedes Treffen.

+ Jedes Mitglied nimmt sich ein Ziel vor und beschreibt es den anderen.

+ Jedes Meeting steht unter einem Thema, das dich näher an dein Ziel bringt, wie: jemanden von deinem Ziel überzeugen. Deine Online-Präsenz erhöhen. Deine Empathie erhöhen. Gemeinsam reflektieren die Teilnehmer absolvieren Übungen und  erhalten "Hausaufgaben".

+ Besonders spannend ist der Aspekt der Beziehungsarbeit: Jedes Mitglied erstellt eine Liste von anderen Menschen außerhalb des Zirkels, die ihm dabei helfen könnten, sein Ziel zu erreichen.  Sie kontaktieren diese Menschen und bitten sie um Hilfe oder Rat. Das können Manager, Buchautoren, Experten, Künstler, Aussteiger sein. Jemand, der das Ziel erreicht hat, wovon man selber träumt. Diese Hemmschwelle zu übertreten und völlig Fremde einfach um etwas zu bitten, bewirkt einen Aha-Effekt, nämlich: Die meisten Menschen helfen gern, wenn sie können.

+ In den Zirkel-Meetings erzählen alle, wie es ihnen ergangen ist. Die Peer-Gruppe gibt Feedback, Inputs, macht Lösungsvorschläge, wenn sich Hindernisse aufgetan haben oder liefert Ideen und weitere hilfreiche Kontakte.

+ Jeder teilt mit seinem Zirkel die laufenden Arbeitsschritte, interessante Ideen, Dokumente, Impulse.

+ Nach 12 Wochen intensiver Auseinandersetzung mit dem eigenen Ziel und den konkreten Schritten ist man seinem Ziel in der Regel sehr viel näher gekommen.

+ WOL funktioniert auch bestens über Social Business Kanäle, wie Skype, Twitter, Facebook, Intranet.

 

In 40 Ländern wird WOL bereits eingesetzt. In Deutschland wurden bereits in einigen Unternehmen wie die Robert Bosch AG, die BMW Group oder die ThyssenKrupp  interne Working-Out-Loud-Zirkel gegründet, in Österreich ist mir noch keines bekannt. (Bitte melden, falls du ein Unternehmen kennst).  Mehrere Zirkel in einem Unternehmen können sich zu einer richtigen Grassroot-Bewegung auswachsen. Neue Beziehungsbande werden abteilungsübergreifend geknüpft, lose Zusammenarbeit wird zu echter, verbindender Kollaboration. Ein Freiraum für Kreativität, fürs Erschaffen von Neuem wird ermöglicht. Ich will an dieser Stelle aber nicht nur theoretisch lobhudeln, sondern werde diese Methode selbst ausprobieren. Ich habe bereits vier tolle WOLlies für einen Zirkel in Wien gefunden und werde an dieser Stelle von unseren Treffen berichten. Und: John Stepper wird mir demnächst im Interview erzählen, wie er auf diese geniale Methode gekommen ist.

 

Erste Erfahrungsberichte aus deutschen Unternehmen gibt es hier: http://workingoutloud.de

Mehr zu John Steppers Idee und seinem Buch findest du hier: http://workingoutloud.com

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Nicole Thurn

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