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Arbeit mal anders #14: "Nutzt den Menstruationszyklus für den Job"

Podcast. Die Monatsblutung für die Arbeit abseits des notgedrungenen Ertragens nutzen, wie soll das gehen? Die promovierte Wirtschaftspsychologin und Coach Miriam Stark sagt: Wer sich auf die Phasen des Zyklus richtig einstellt, kann kreativer, intuitiver und produktiver arbeiten. 

Miriam Stark
Miriam Stark kam durch ihren stressbedingten Haarausfall zum Thema Weiblichkeit und Kreativität (@ Tacheles Beratung)

So gut wie jede Frau* im gebärfähigen Alter kennt es: monatliche Krämpfe, mehr oder minder Schmerzen, miese Stimmung. Was in so manchen Kulturen zum mehrtägigen Ausschluss aus der Gesellschaft und zur Abwertung der Frau als sündiges Wesen geführt hat, ist auch in der heutigen westlichen Leistungsgesellschaft selten Grund zur ausufernden Freude.

Laut einer niederländischen Studie unter rund 33.000 Mädchen und Frauen zwischen 15 und 45 Jahren geben diese an, im Jahr an durchschnittlich neun Tagen massive Einbußen in ihrer Produktivität zu haben. Die Menstruation wird in unserer westlichen Leistungsgesellschaft in der Regel als lästig, wenn nicht als belastend empfunden. Schmerztablette und weitermachen, das ist die gängige Maxime. Doch dass Frauen während des etwa vierwöchigen Menstruationszyklus vier Phasen durchlaufen, die sie für sich, ihre Kreativität und ihre Produktivität bewusst nutzen können, wissen die wenigsten. Miriam Stark will eines der letzten Tabus in der Arbeitswelt brechen. Als Coach, promovierte Wirtschaftspsychologin und Geschäftsführerin der Tacheles Beratung  berät sie Unternehmerinnen zum Monatszyklus und Unternehmen zum zyklusorientierten Arbeiten. Zu diesem Thema gekommen ist sie aufgrund  ihres persönliches Schicksals: nach einem kraftraubenden Job und zwei Fehlgeburten fielen der  jungen Frau  –  "ich war die Miri mit den Haaren" – am gesamten Körper die Haare aus. "Dadurch war ich gezwungen, mich mit dem Thema Weiblichkeit zu beschäftigen", erzählt sie im 14. Podcast-Interview von "Arbeit mal anders". Als Coach und Wirtschaftspsychologin begann sie, sich mit dem weiblichen Zyklus und seinen Auswirkungen zu beschäftigen.  Erst wenn Frauen auf die vier Phasen des monatlichen Zyklus eingehen, können sie Kraft und Energie daraus schöpfen - und nicht nur das: "Wenn wir uns bewusst auf unseren Zyklus einlassen und auf unsere Bedürfnisse in den  verschiedenen Phasen eingehen, gewinnen wir an Kreativität, Intuition, Produktivität und unglaublich viel Energie im nächsten Monat." 

Miriam Stark vor ihrem Haarausfall: "Ich war die Miri mit den Haaren." (© Tacheles Beratung)
Miriam Stark vor ihrem Haarausfall: "Ich war die Miri mit den Haaren." (© Tacheles Beratung)

Die 4 Phasen des weiblichen Monatszyklus:

Wenn wir auf alle Phasen gut eingehen, sind wir beruflich und privat im Flow. 

 

Phase 1: Lernen und Spielen

In den Tagen nach der Menstruation beginnen in den Eierstöcken Follikel heranzureifen, die Östrogene zu produzieren. Wir sind sehr leistungsfähig, probieren gern Neues aus, können gut Termine wahrnehmen und sind sehr aktiv. Es kann sein, dass Kindheitsthemen auftauchen, dann sollten wir uns auch damit auseinandersetzen.

 

Phase 2: Lieben und genießen

In der Zeit vor dem Eisprung fühlen wir uns attraktiv und strahlen Selbstbewusstsein aus. Wir sind sehr kommunikativ, sind sehr gut in sozialen Beziehungen und in der Diplomatie.  Diese Phase eignet sich besonders für "schwierige" Termine und Gespräche.

 

Phase 3: Intuition und Kreativität

Nach dem Eisprung  haben wir guten Zugang zu unserer Intuition und Kreativität und sollten das auch aktiv fördern – den Kopf mal abschalten, kreativ und "crazy" sein ist erlaubt – sei es mithilfe der beruflichen Schaffenskraft oder privat,  indem wir etwa ein künstlerisches Hobby ausleben. Wir können unsere Intuition und kreative Lösungsfähigkeit bestens für komplexe Entscheidungen einsetzen.

 

Phase 4: Loslassen und Weisheit

Die Hormone Progesteron und Östrogene gelangen auf ihren Tiefststand. Wenn wir uns den Rückzug erlauben, haben wir Zugang zu Klarheit und innerer Weisheit. Wir erkennen, was gehen darf und zu ändern wäre – und sollten diese Erkenntnisse auch ernst nehmen. Eine gute Phase für Reflexion, Business Development, Projektentwicklung und strategische Neuausrichtung.

Im Podcast-Interview erzählt Miriam, durch welche Phasen Frauen* pro Monat gehen, ohne es meist groß zu bemerken. Sie klärt auf, was im Körper konkret geschieht, wie sich die hormonellen Veränderungen auf Körper und Psyche auswirken und wie frau* diese Phasen bestmöglich für sich nutzen und sogar so stark davon profitieren kann, dass negative Begleiterscheinungen verschwinden und Schaffenskraft und Intuition in den Vordergrund gelangen. Ein inspirierendes Gespräch, das mit einem hartnäckigen Tabu unserer Zeit bricht und dazu beiträgt, dass Frauen* in ihre großartig, ureigene Kraft kommen – im Berufsleben und privat. Und sie zeigt  in der Podcast-Folge (siehe unten) auch auf, wie  zyklusorientiertes Arbeiten auch in Teams möglich ist. Abonniere den Podcast "Arbeit mal anders" auf Apple Podcasts, Soundcloud oder Spotify 

 

Mehr Infos zu Miriam Starks Dienstleistungen gibt es auf www.tacheles-beratung.de

 

* Gemeint sind auch Menschen mit Gebärmutter, die sich nicht als Frau identifizieren. 

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Nicole Thurn

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