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Arbeit mal anders #17: Zebras, Einhörner und New Work

Podcast. Auch die Startup-Szene hat zum Teil noch Nachholbedarf in Sachen New Work, sagt Serial Entrepreneur und Head of Startup-Services in der WKO, Kambis Kohansal Vajargah. 

Kambis Kohansal Vajargah
Serial Entrepreneur Kambis Kohansal Vajargah ist seit kurzem Head of Startup Services bei der Wirtschaftskammer Österreich (@ xbh/Collage)

Startups galten lange als Pioniere der neuen Arbeitswelt. Sie zeigten vor, was die Traditionsunternehmen und Corporates noch vor sich hatten: mit flachen Hierarchien, viel Mitgestaltung, Kickertisch, gratis Obstkorb und hippem Coworkingbüro. Nach dem intensiven "work hard" folgte das feierabendliche "party hard", nach durchwachten Arbeitsnächten mit den Gründerfreunden das bange Warten auf die nächste Investitionsrunde. 

 

Doch wenn wir New Work auch in den Corporates als mehr verstehen denn als "Minirock", wie Begründer Frithjof Bergmann es argwöhnisch auf den Punkt brachte, dann ist es mehr als Kickertisch, mehr als gratis Obstkorb - also auch mehr als das ursprüngliche Startupfeeling, das so viele Konzerne noch vor einigen Jahren abkupfern wollten - und es über interne Startupgründungen oder den Aufkauf bestehender Startups auch taten. 

 

Doch wenn New Work mehr als das ist, wenn es um tiefgreifendere Transformation in der Kultur geht, wie geht es den Startups dabei?

 

 

To Do: HR & Leadership

Die eine Antwort gibt es nicht - denn die Startuplandschaft ist divers. In Sachen HR und Leadership konstatiert Kambis Kohansal Vajargah auch in den Startups häufig noch "Luft nach oben". Er muss es wissen, denn er hat als Serial Entrepreneur und Berater diverse Startups von der Pieke auf begleitet. Kambis ist Co-Founder der Job-Videoplattform Whatchado, hat das Startup-Investorennetzwerk PrimeCrowd mitaufgebaut, ebenso wie die Mitfahrapp Carployee für Pendler, das Giveaway-Marketing-Tool Freebiebox und die Softwareschmiede vendevio. Seit Ende 2020 treibt Kambis als Head of Startup-Services die Initiative StartupNOW der Wirtschaftskammer Österreich voran.

Natürlich könne man nicht alle Startups über einen Kamm scheren, meint Kambis: da gebe es die wachstums- und exitorientierten Unicorns, die nachhaltiger wachsenden Zebras, die Social-Business-Unternehmen mit gesellschaftlichem Impact. Jedes Startup habe seine Eigenheit und benötige auch eine zum Geschäftsmodell passende Unternehmenskultur.  "Fast alle geben sich Mühe, HR und Leadership-Prozesse strukturiert aufzusetzen. Aber: Viele Startups bräuchten mehr Ressourcen, Zeit und Fokus dafür, das ist bei vielen noch ausbaufähig", sagt er im Podcast-Interview von "Arbeit mal anders" (siehe unten). Er empfiehlt, so früh wie möglich ein Team einzusetzen, dass sich gezielt mit Kulturthemen beschäftigt, und hier auch die Gründer hineinzuholen. Der Ansatz sei relativ "simpel": die Struktur für die Unternehmenskultur aufsetzen, Monitoring und Tracking, Reviews machen - "also testen, überprüfen und optimieren." 

 

Doch auch die Kultur könne sich in Startups verändern, auch sie müsse im Blick behalten werden. "Zu Beginn liegt der Fokus auf Wachstum", später müsse man unter Umständen Hierarchien einziehen oder agile Organisationsformen testen. "Meist ist eine dezentrale Organisationsstruktur sinnvoll", sagt Kambis, da die Märkte zunehmend rasche Entscheidungswege erfordern würden. Gerade wenn ein Startup pro Jahr um dutzende oder gar hunderte Mitarbeiter wächst, sei es ratsam, ein strukturiertes Setup für die Organisation parat zu haben.

 

Wovon die neue Arbeitswelt auf jeden Fall profitieren könne, sei die Collaboration zwischen Startups, Corporates und KMU. "Ich bin ein Fan der totalen Zusammenarbeit", sagt Kambis. KMU könnten auf die Digitalisierungskenntnisse von Startups zurückgreifen, Corporates mit den flexiblen Teams der Startups zusammenarbeiten. Und das bedeute auch eine Chance für die öffentliche Verwaltung: "Wir haben tolle Leute und Talente in Österreich: mit ihnen sollte auch der öffentliche Bereich zusammenarbeiten." 

 

Was konkret Kambis Kohansal Vajargah Startups in Sachen New Work rät, warum die Scheiterkultur hierzulande noch Potenzial hat und wie Collaboration  zwischen den Unternehmen gelingen könnte, erzählt er im Podcast-Interview von "Arbeit mal anders". 

 

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Nicole Thurn

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