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Coworking in der Natur: So revolutioniert Emma Wanderer den Tourismus

Podcast. Die Zukunft der Wissensarbeit ist Remote Work – aber nicht unbedingt im Home Office. Wie das österreichische Work&Travel-Startup Emma Wanderer Arbeiten mit Reisen und Natur verbindet, erzählt CEO Andreas Jaritz.

Andreas Jaritz
Andreas Jaritz auf dem alten Sportplatz in Hieflau im obersteirischen Nationalpark Gesäuse: hier wird 2022 der erste EmmaWanderer Campus entstehen (@EmmaWanderer)

Andreas Jaritz war schon digitaler Nomade* und Coworker**, als hierzulande noch niemand wusste, was das überhaupt ist. Schon vor fast 13 Jahren produzierte er eine Surfer-Doku fürs Kino vom Van aus – heute will er als CEO des Work&Travel-Startups Emma Wanderer Coworking in die Natur verlagern. In Österreich, ganz Europa und später weltweit sollen in Naturreservaten und Nationalparks Campusse für digitale Nomaden und Teams geschaffen werden mit dem Ziel: das gemeinsame Arbeiten und Reisen in der Natur zu verbinden.

Seit den Nullerjahren beschäftigt Andreas das ortsunabhängige Arbeiten. Mit einem Freund gründete er den ersten deutschen Reiseblog für Reisen und Outdoor, "wir haben dazu Facebook-Apps entwickelt und Growth Hacking betrieben", erzählt er im Podcast-Interview von "Arbeit mal anders". Den Content für den Blog produzierten sie auf ihren Reisen vom Campervan aus – samt eigens installierter Internetverbindung via Satellit. Schließlich kam den beiden Surfer-Fans die Idee, eine Doku über die Atlantikküste und die Menschen zu drehen. Vom Van aus interviewten sie Surfer und Anrainer. "Was uns beim Arbeiten von unterwegs immer gefehlt hat, war eine Homebase, wo wir uns entspannen und in Ruhe remote arbeiten können", sagt Andreas.

 

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Lockdown als Starthelfer

Aus diesen Erfahrungen heraus kam die Idee, das Arbeiten von unterwegs gezielt mit dem Reisen zu verbinden - und damit zu Emma Wanderer.  Aufgebaut wurde das Startup von der Startup-Schmiede trive Studio, Andreas wird interimistisch von CTO Andre Schweighofer (Runtastic) und COO Lena Hödl (Female Founders) unterstützt. Der erste Lockdown im vergangenen Jahr war ein echter Treiber für Emma Wanderer, sagt Andreas, der als Vater zweier Kinder kein Fan des Home Office ist: „Wir haben viel Research betrieben und beobachtet, was mit Home Office und Remote Work passiert – plötzlich gab es für viele einen anderen Ort der Produktivität als das Büro.“  Das ortsunabhängige Arbeiten erreichte nun also den Mainstream: es sind nicht mehr die hippen digitalen Nomaden in ihren Strandkommunen auf Bali, sondern Martina aus der Marketing-Abteilung und UX-Designer Toni, die aus den Engen des Home Office und der Büros flüchten wollen. Und nicht nur das: Die Pandemie habe das Mindset in Unternehmen gegenüber dem Arbeiten an sich verändert: "Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Remote Work bleiben wird. Andererseits wird es immer schwieriger, die Leute zu halten, wenn keine flexiblen Arbeitsmöglichkeiten geboten werden“, so Andreas. 

 

Der erste Emma Wanderer Campus ist im obersteirischen Nationalpark Gesäuse im beschaulichen Ort Hieflau auf dem alten Sportplatz geplant. An der Steirischen Eisenstraße inmitten atemberaubender Naturlandschaften, dort, wo einst Bergau und Industrie die gesamte Region mit Wohlstand versorgten. Ab Frühsommer 2022 soll es dort ein Haupthaus für den Coworking Space geben, sowie Tiny Houses und Mini Studios als Übernachtungsmöglichkeit. Für den Austausch sollen Begegnungszonen, eine Gemeinschaftsküche und Lounges dienen. "Einen Outdoor- und Naturkonsum mit festgelegtem Actionprogramm wollen wir aber nicht bieten", sagt Andreas. Stattdessen: Freiraum und Entspannung, um die Kreativität und spontanen Austausch und selbstorganisierte Aktivitäten zu fördern. "Unser Ziel ist es, die gesunde Produktivität in der Natur fördern", sagt er. Und zwar nicht nur für digitale Nomaden, sondern für alle, die eine Auszeit vom (Home) Office-Alltag wollen und sich mit Gleichgesinnten vernetzen, zur Ruhe und in ihre Kreativität kommen wollen. Gleichzeitig würden mit dem Bau von naturnahen Campussen auch die regionale Wertschöpfung und der Tourismus auf ein neues Level gehoben, erzählt Andreas im Interview. Die Campusse sollen regionale Mitarbeiter*innen beschäftigen und neue Rollen und Aufgaben im Tourismus abseits traditioneller Jobs bieten. A la longue denkt man eine Art Franchise-Modell an. 

Für weitere Natur-Campusse in Österreich ist das Startup derzeit auf der Suche nach interessierten Gemeinden. 

 

Wie Andreas Jaritz seine Reise vom digitalen Nomaden zum Gründer eines Work&Travel-Startups erlebt hat und wie Emma Wanderer das mobile Arbeiten und den Tourismus der Zukunft revolutionieren will, erzählt er im Podcast-Interview oben.

Hier geht's zur Webseite von Emma Wanderer: www.emmawanderer.com

* digitaler Nomade: jemand, der durch die Welt reisend von unterwegs aus arbeitet

** Coworker: arbeitet in sogenannten Coworking Spaces – Gemeinschaftsbüros mit flexibler Tages- und Monatsmiete.

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Nicole Thurn

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