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Freiräume 2022: Das Ende von Höher, Schneller, Weiter?

Tempo und Entwicklung: Darauf richtet die (Un)Konferenz Freiräume diesmal den Fokus. Am 27. und 28. Juni 2022 finden sich Pionier*innen der neuen Arbeits- und Bildungswelt in der Grazer Seifenfabrik ein. 

Heuer finden die Freiräume wie zuletzt 2019 wieder vor Ort in der Grazer Seifenfabrik statt (@Freiräume) 

Es ist wieder Zeit für echte Treffen!  Und für alle, die das Gefühl haben, ihre Welt beschleunigt sich nach dem gefühlten coronabedingten Stillstand wieder, haben wir ein ganz besonderes Event: Die (Un)Konferenz Freiräume beschäftigt sich am 27. und 28. Juni in der Seifenfabrik in Graz diesmal vertiefend  unter dem Motto "Tempo <-> Entwicklung" mit den Fragen: wieviel Beschleunigung und Tempo ist gut für Entwicklung? Ist das "Höher, Schneller, Weiter" der Leistungsgesellschaft vielleicht auch kontraproduktiv für echten Fortschritt? Wie soll die neue Arbeitswelt in dieser Hinsicht gestaltet werden, damit Menschen produktiver, sinnorientierter, gesünder und zufriedener arbeiten?

 

Die Kernthemen sind und bleiben wie jedes Jahr erhalten: Sinnstiftung, die menschliche Ganzheit im Unternehmen und Selbstorganisation.  Zahlreiche Pionier-Unternehmen werden auf den Pionierstationen der Konferenz über ihre Learnings und Erfahrungen zu verschiedensten Ausprägungen von New Work berichten:  etwa über agiles Arbeiten, die Transformation in Richtung selbstorganisierte Teams,  partizipative Entscheidungsformen, etc. berichten. Auch Bildungsorganisationen sind wieder zahlreich mit neuen Ansätzen mit dabei. Im Open Space werden die Teilnehmer*innen des Events zu Teilgeber*innen und können selbst Themen pitchen und Sessions gestalten. Auch die kollegiale Fallanalyse wird wieder angeboten: hier werden Fälle aus der Praxis beleuchtet und diskutiert. 

 

 

Zeit und Ziele

Bei der hybrid veranstalteten Ouvertüre im Grazer Lendhafen und online hielt Matthias Varga, Wissenschaftsprofessor für Wissenschaftstheorie und Logik einen interessanten Vortrag über das Thema Tempo und Entwicklung. Er skizzierte drei Arten der Zielerreichung über den Faktor Zeit:

1. Itermodus: wir gehen auf das Ziel zu, wir setzen uns also das Ziel und gehen die geplanten Schritte zur Zielerreichung. Der Modus ist belastet, wenn wir dennoch nicht ans Ziel gelangen.

2. Fluxmodus: das Ziel kommt uns von selbst näher, ohne dass wir uns bewegen. Die Dinge ergeben sich durch glückliche Zufälle, "Serendipity". Oder im negativen, belasteten, Fall: wir werden von Aufgaben und Druck überrollt - oder durch eine Krise wie die Corona-Pandemie belastet.

3. Interaktionsmodus: wir und das Ziel bewegen uns aufeinander zu, etwa wenn wir über ein Problem nachdenken und uns die Lösung im Halbschlaf einfällt. Oder wenn wir gesellschaftliche Entwicklungen erahnen und unsere Kompetenzen schon entwickeln, ehe der Bedarf entsteht.

Uns bewusst zu machen, in welchem zeitlichen Modus wir uns befinden und wie wir die Modi gewinnbringend wechseln können, wenn wir nicht weiterkommen, kann neue Freiräume schaffen, um Lösungen zu finden. Wir können auch bewusst in diesen Modus wechseln, indem wir annehmen, das Ziel ist erreicht. Wir blicken in die Vergangenheit und es schälen sich die richtigen Schritte heraus, die dafür getan werden mussten. Hier können wir laut Matthias Varga neue Wege erkennen. 

 

Auf der (Un)Konferenz werden der Organisationsberater und ehemalige Opernsänger und Top-Manager Bernhard Kerres und Flötistin Daniela Mars mit den verschiedenen Tempi in Meetingformaten experimentieren. Der wohl innovativste Schokoladenfabrikant überhaupt Josef Zotter erzählt in seiner Keynote über Schnelligkeit und Entschleunigung als Unternehmer erzählen. Es wird also abwechslungsreich!

Weitere Infos und Tickets gibt es hier:

 

 

Entwicklung von Kindern und Teams

Über das Phänomen, dass zeitlicher Druck Widerstand auslöst, und warum es nicht nur bei der Entwicklung von Kindern hilft, Tempo rauszunehmen, sondern auch bei der Zusammenarbeit in Teams - darüber habe ich mit Eva Hoffmann, Gründerin des Grazer Privatkindergartens Momo, im Podcast "Arbeit mal anders" gesprochen. Eva führt den Kindergarten seit 25 Jahren nach den Kriterien von Maria Montessori und Emmi Pikler: Bedürfnisorientierung und Gleichwürdigkeit stehen im Vordergrund. Das legt den Grundstein für New Work und Co-Creation: wenn Menschen gesehen werden, löst sich Widerstand auf. Wenn sie ihre Bedürfnisse und Gründe für ihr Verhalten thematisieren dürfen, löst sich viel Widerstand und Blockade von selbst auf. Eva Hoffmann gibt wertvolle Tipps für alle, die mit Kindern zu tun haben, aber auch für Führungskräfte und Teams. Aber hör selbst rein:

Abonniere den Podcast "Arbeit mal anders" auf Apple PodcastsSoundcloud oder Spotify ! 

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Nicole Thurn

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