7 Mindhacks von Stephen Hawking, die uns weiterbringen

Der außergewöhnlichste Astrophysiker der Welt ist tot. Was wir von ihm an Haltung und Tatkraft lernen können.

Ich muss zugeben, die vergangenen Wochen habe ich mich in einem kleinen Jammertal verirrt. Irgendwie wollte nichts so richtig funktionieren. Statt Flow gab's nur ein zähes Ringen mit mir selbst. Die ständige Frage nach dem nächsten Schritt, das Gefühl der Fokuslosigkeit, eine stets wachsende ToDo-Liste - und die zweifelnde Frage: Mach ich gerade das Richtige? haben meine Stimmung ziemlich nach unten gezogen.

 

Dann starb Stephen Hawking. Und ich schämte mich. Der Mann, der die Sicht aufs Universum gravierend mitverändert hat, hätte allen Grund zu Selbstmitleid gehabt. Der Mann, der im Alter von 21 mit der Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) nur mehr zwei Jahre zu leben hatte, wenn es nach den Ärzten ging. Und der einfach weiterlebte, noch weitere 55 Jahre. Der stets den Tod vor Augen hatte und dennoch das Beste aus seinem Leben machte. Mehr noch, das trieb ihn zu Höchstleistungen an.

Seine Krankheit und der prognostizierte Tod hatte aus dem lernfaulen Physikstudenten, der sich lieber auf Anti-Atombomben-Demos herumtrieb, einen ernstzunehmenden Gravitationstheoretiker gemacht, der sein Leben dem Universum widmete. Er untermauerte die Urknalltheorie und prognostizierte ein Lebensende von den angeblich ewigen Schwarzen Löchern. 

 

Stephen Hawking kämpfte nicht gegen Tod. Er schwamm mit dem Lebensfluss.

Sein Mindset, seine Einstellung zum Leben, haben mich sehr inspiriert. Und ich denke, dass wir alle viel von ihm lernen können - gerade wenn wir uns selbst bemitleiden und einen Durchhänger haben. Ich habe mir die kolportierten Zitate von ihm näher angeschaut.

 

1. "Schau hinauf zu den Sternen und nicht hinunter auf deine Füße. Frage dich, was das Universum existieren lässt. Sei neugierig."

Nichts treibt uns so sehr an, wie Neugier und Entdeckerfreude. Fragen nachzugehen, auf die wir noch keine Antwort wissen, hält uns lebendig und wendig. Stephen Hawking hat das immer weiter motiviert. Wenn wir aufhören, zu staunen und zu entdecken, verlieren wir dagegen unsere Lebensfreude und unseren Antrieb.

 

2. "Das Leben wäre tragisch, wenn es nicht so lustig wäre."

Wir alle wissen: Das Leben läuft nicht immer glatt. Oft gibt es Ereignisse, die wir nicht beeinflussen können. Was uns aber oft wenig bewusst ist: Es gibt so vieles, was wir tun können. Und sei es, das Unvermeidliche mit Humor zu nehmen. Stephen Hawking war bekannt für seinen Witz und seinen schwarzen Humor.  Stephen Hawking hat sein Leben als lebenswert empfunden - weil er ihm Wert und Sinn gegeben hat. Die innere Haltung zu einem Ereignis zu verändern, verändert oft alles.

 

3. "In meinem Kopf bin ich frei."

"Auch wenn ich mich nicht bewegen kann und durch einen Computer sprechen muss - in meinem Kopf bin ich frei", sagte er einmal. Egal wie determiniert wir im Leben sind, wir haben immer noch unsere eigenen Gedanken. Und auf sie zu achten und sie gut zu pflegen, ist das Allerwichtigste. Stephen Hawking brauchte jemanden, der ihn füttert und ihn wäscht. Aber seine Gedanken waren genial. Hätte er den lieben langen Tag nur in Selbstmitleid verbracht und sich in seinem Nichtkönnen gesuhlt, wäre sein Lebenswille wohl bald geschwunden. Doch er fokussierte auf das, was er noch konnte: Denken. Und mit Hilfe der bereits existierenden Technologien Schreiben und Sprechen.

 

4. "Menschen mit Behinderung sollten sich auf das konzentrieren, was sie können."

Das gilt leider nicht nur für sie, sondern  auch für Menschen rund um die Menschen mit Behinderung. Und tatsächlich gilt es für jeden Einzelnen: Wir sind in unserer westlichen Kultur von klein auf permanent damit beschäftigt, unsere Schwächen zu verringern. Die Eltern, das Schulsystem, die Werbung, die Medien, die Arbeitgeber suggerieren uns: so wie du bist, bist du noch nicht gut genug. Diese eigentlich menschenverachtende Haltung müssen wir dringend ändern. Wenn wir uns darauf konzentrieren, was wir können, geben wir uns selbst den Wert, der uns zusteht. Und dann können wir Dinge verändern - sogar mit riesigen Handicaps. Je mehr Menschen für ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten geschätzt werden, desto mehr können wir alle davon profitieren - in der Zusammenarbeit und im Zusammenleben.

 

5. "Der größte Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein."

Wer kennt nicht jemanden, der glaubt, etwas zu wissen? Oder der es besser weiß? Oder der weiß, was das Richtige für die anderen ist? Nicht nur am Familientisch, auch in den Büros und den Produktionshallen dieser Welt ist dieses Verhalten verbreitet. Wenn von oben sehr viel gewusst wird, oder zumindest so getan wird, kann das fatal für die Unternehmenskultur sein. Wie erfrischend ist es doch, wenn sich die Verantwortlichen mal eingestehen, etwas nicht zu wissen. Um dann gemeinsam mit den Mitarbeitern Lösungen und Wege zu finden.

 

6. "Egal wie schwierig das Leben zu sein scheint, es gibt immer etwas, das du tun und in dem du erfolgreich sein kannst. Gib nicht auf."

Den Fokus darauf zu lenken, was man angesichts einer akut schwierigen Situation doch noch tun kann, bringt einen wieder dazu, aufzustehen. Und weiterzumachen. Jeden Tag ein bisschen mehr weiterzumachen, erleichtert vieles.

 

7. "Eines der Basisgesetze des Universums ist: Nichts ist perfekt. Ohne die Imperfektion würdest weder du noch ich existieren."

Wie oft hecheln wir unseren eigenen Ansprüchen hinterher? Und beenden Aufgaben nicht aus einem Perfektionismus heraus? Oder noch schlimmer: wir fangen sie gar nicht erst an. Perfektionsstreben führt notgedrungen zu Unzufriedenheit, weil das Ziel niemals erreicht wird. Mach es einfach und sei zufrieden damit.

 

So, und diese sieben Punkte zu beherzigen, ist natürlich nicht so einfach. Aber es zahlt sich aus, daran zu arbeiten.

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Kommentare: 2
  • #1

    Torsten (Sonntag, 01 April 2018 16:16)

    Der Post zu den 7 Mindhacks von Stephen Hawking hat mich inspiriert.

  • #2

    Nicole (Donnerstag, 05 April 2018 13:51)

    Vielen Dank, Torsten, das freut mich! ;-)

Nicole Thurn

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