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Agiles Arbeiten: Mach es zu deinem Familienprojekt

Kind und Karriere ohne Stress: Heidi und Christian Eineder bringen mit ihrem Startup easyfaM agile Methoden ins Familienleben. Für mehr Spaß, weniger Stress und Familienfrieden. Auch Unternehmen nutzen die Tools bereits für ihre MitarbeiterInnen.

Christian und Heidi Eineder bringen mit easyfaM Agilität ins Familienleben - und in Unternehmen  (© easyfaM)

Der Arbeitstag war stressig. Meetings noch und nöcher, das Projekt hakt, der Kunde am Telefon verärgert. Endlich zuhause. Das Erste, was du siehst: Jacken und Schultaschen in der Ecke, weiter vorne Lego und Autos auf dem Boden. Was du hörst: Geplärre und Gezeter aus dem Kinderzimmer. Du stürmst die Koboldfestung und rufst: "Was ist da los!? Ruhe jetzt. Und räumt gefälligst eure Sachen auf!"

Kommt das dem einen oder anderen bekannt vor?

 

Stress im Job führt zu noch mehr Stress in der Familie. Das sah auch Heidi Eineder irgendwann ein. 

 Heidi ist Managerin bei Continental, hat einen Mann und zwei Jungs und sieht sich als Koordinatorin des Familienlebens: stets hat sie eine To-Do-Liste im Kopf. Wenn sie gestresst abends nach Hause kommt, will auch sie, dass ihre Jungs aufräumen. Jetzt gleich.

Doch Heidi beschäftigt sich auch jobbedingt mit Lean Management und Agilem Arbeiten. Eines Abends, genervt vom Stress zuhause nach dem Stress in der Arbeit, sagt sie zu ihrem Mann Christian: "Wir sollten das auch zuhause ausprobieren."

Ihr Mann Christian war damals, vor zehn Jahren, als Heidi mit ihrer Idee ankam, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens im Bildungsbereich.  Ihm war Familienfreundlichkeit im Unternehmen wichtig. Gerade hatte er einen Berater im Unternehmen und erzählte zuhause von seinen Bedenken, wenn der Berater weg sei, sei es vermutlich auch mit der neu eingeführten Methode vorbei. "Heidi hat mir geantwortet: man müsste die Methode so vereinfachen, dass sogar Kinder es verstehen. Und ich meinte im Spaß: Stimmt, dann ist sie auch vorstandstauglich." So war die Idee zur agilen Familienführung geboren. Beide wussten: es musste den Kindern Spaß machen, spielerisch sein. 

 

Die jahrelangen Erfahrungen mit agilen Methoden  in der Familie haben die beiden im Jahr 2018 in ein Unternehmen gegossen: easyfaM. Die Online-Plattform bietet Video-Impulse, -Coachings und -Trainings zu agiler Familienführung. Und entsprechende Tools. Die Idee: Wann wer was macht, ist egal, solange man ergebnisorientiert ist. "Ich habe früher von meinen Kindern erwartet, dass sie jetzt sofort ihr Zimmer aufräumen. Dabei sollten sie das selbst bestimmen können", erzählt Heidi Eineder. Macht mehr Spaß und lehrt mehr Selbstverantwortung. 

 

Das ständige Runterbeten von Anweisungen war vorbei: "Wenn man immer wieder etwas wiederholen muss, sei es in der Familie oder im Arbeitsleben, ist das ein Zeichen, das man etwas anders machen sollte", sagt Heidi.

Doch wie soll das konkret gehen, Kinder zum agilen Arbeiten zu bewegen?

 

Kanban für den Haushalt 

"Wir haben meine Liste im Kopf mit unserem Taskboard visualisiert, die anderen konnten proaktiv Aufgaben abarbeiten, ohne dass ich sie antreiben musste", sagt Heidi. Alle begannen mitzudenken, ständiges Antreiben und Motzen war nicht mehr nötig. Das easyfaM-Taskboard aus Holz ist an die Kanbanmethode angelehnt und erleichtert die wöchentliche Aufgabenverteilung innerhalb der Familie. Jeder übernimmt die Aufgaben, auf die er oder sie gerade Lust hat. Wann sie gemacht werden, liegt in der Selbstverantwortung. Das Ziel bei Familie Eineder ist etwa, dass alle Aufgaben bis Samstag Abend erledigt sind. Meist sei das Mitte der Woche bereits der Fall, "ohne, dass wir etwas sagen müssen", sagt Christian. Wahrscheinlich auch, weil niemand die unangenehmen Aufgaben am Ende erledigen will. Statt Frust gibt es jetzt mehr Quality Time für alle nach der Arbeit und der Schule. Für Jugendliche gibt es am Taskboard übrigens ein Belohnungssystem: sie können sich mit dem Erledigen von Aufgaben etwa Computerzeit freischalten.

 

Spielerisch pünktlich sein 

 

Der spielerische Wettbewerbscharakter zieht sich durch die Produkte: mit dem Prozesstool "Race" üben Kinder zwischen 3 und 9 Jahren spielerisch die Morgen- und Abendroutine und das Pünktlichsein. Mit Coins und Sonne-Mond-Stickern werden Namen, Morgen- und Abendroutine festgelegt. Etwa: Aufstehen, anziehen, frühstücken, Zähneputzen, rausgehen. Die Erfolge sind immer visuell sichtbar. Kinder und Eltern können gegeneinander antreten: wer ist schneller am Frühstückstisch? Mit dem spielerischen Wettbewerbscharakter treten Kämpfe beim Ankleiden rasch in den Hintergrund, versprechen die Eineders.  Die Eltern können mit einem monatlichen Abo Zugriff auf Coachingvideos zu Erziehung und auf Methoden und zugehörige Checklisten. Heidi und Christian wenden auch Feedbackmethoden und Zielgespräche bei ihren Söhnen im Teeniealter an. "Vier positive Rückmeldungen zu geben und erst dann negative Kritik: das wirkt nicht nur bei MitarbeiterInnen, sondern auch bei Kindern", sagt Heidi. Auch mit Jugendlichen ins Gespräch über ihre beruflichen Wünsche zu kommen und sie zu beraten, welche Auswirkungen Zukunftstrends auf die Berufsbilder haben, sei mit diesen Methoden einfacher möglich. 

 

Für familienfreundliche Arbeitgeber

70 Prozent der Frauen arbeiten in Deutschland in Teilzeit, bei den Männern sind es nur sechs Prozent. "Oft gibt es männliche Monokulturen auf Führungsebene in westlichen Unternehmen. Doch wir brauchen auch Frauen in höheren Positionen für mehr Diversität", so Christian. "Wir schaffen die Grundlagen zuhause, indem wir niederschwellig für gerechtere Aufgabenverteilung in der Familie sorgen. Das ist die Basis für gleichberechtigte Karrieren", ergänzt Heidi. Doch nicht nur für Familien im Privatbereich, auch für Arbeitgeber bieten die Eineders easyfaM an - als familienfreundliche Tool- und Coachingplattform und Goodie, um ihren MitarbeiterInnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben zu erleichtern. "Die MitarbeiterInnen erlernen durch easyfaM in ihrer Freizeit spielerisch agile und digitale Arbeitsmethoden", sagt Christian. Familienfreundlichkeit mache Unternehmen deutlich attraktiver für potenzielle und bestehende MitarbeiterInnen, sie wirke sogar dem drohenden Fachkräftemangel entgegen, wenn so Frauen ihre Karrieren besser verfolgen könnten. Und: die Eltern kämen weniger gestresst in die Arbeit, hätten mehr Energie und seien produktiver und gesünder. "Oft gibt es Ausfallstage wegen Stress in der Familie, dem können wir mit easyfaM entgegenwirken", sagt Christian. Nicht zuletzt würden die MitarbeiterInnen über easyfaM auch ihre digitalen Skills verbessern. Die Eineders beraten und begleiten übrigens die Unternehmen auch bei der Einführung der Tools. 

 

Weitere Infos gibt es hier: www.easyfam.com

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Nicole Thurn

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