17 Anzeichen, dass dein Kollege ein Roboter ist

Wir schreiben das Jahr 2027. Dein neuer Kollege ist irgendwie anders? An diesen 17 Symptomen erkennst du, dass er künstlich intelligent ist. 

1.  Dein Kollege hat keinen Namen. Er heißt Nummer Sieben. Und wirkt auch noch zufrieden damit. Und er ist spooky: seine Haut ist glatter als deine neue Smartphone-Hülle und seine Augen blinzeln nicht.

 

2. Du bist morgens spät dran, saust an deinen Arbeitsplatz und erhältst auf dein „Guten Morgen“ von Nummer Sieben einen detaillierten Überblick über die Tagesagenda inklusive Wetterbericht und Mood Analysis deiner Chefs. Nicht schlecht, denkst du dir. Kurz bevor du dich bei Nummer Sieben dafür bedanken willst, ergeht er sich in einer Analyse über die Auswahl deiner Kleidung,  deren Fazit „sieben Millimeter über dem Knie endend, entspricht nicht den Kleidervorschriften" lautet. Du schluckst dein Danke wieder runter und widmest dich der Arbeit.

 

3. Du fühlst dich neben ihm so intelligent wie eine Amöbe – und das ist jetzt optimistisch ausgedrückt. Er antwortet schneller als du den Begriff „Google“ in Googles Suchmaske eintippen kannst. Er nervt mit seiner Allwissenheit. Und ist auch noch so sachlich besserwisserisch, dass es dich nur noch mehr nervt.

 

4.  Wenn du montags von deinem tristen Wochenende allein in der Wohnung/ der lästigen Familienfeier/ dem hochromantischen Heiratsantrags deines Freundes erzählst und er stets nur mit freundlich-gelangweilter Monotonie antwortet: „Das freut mich.“  Und du weißt, dass er schamlos lügt, weil er sich doch gar nicht freuen KANN.

 

5. Er begleitet dich zum Mittagessen in die Kantine. Anfangs findest du das noch irgendwie nett, doch dann bemerkst du, dass er dich studiert. Er erweitert seine Fähigkeiten und beginnt, in Echtzeit deine Erbsen und das Hühnerschnitzel auf deinem Teller zu scannen, nach Herkunft zu überprüfen und es als ethisch inkompatibel mit deinen Werten einzustufen. Er zeigt dir – natürlich per Hologramm über dem Mittagstisch -  widerliche Videos einer Hühnerfarm in Osteuropa, von der das Fleisch stammt. Den Nachtisch isst du im Gehen, während du versuchst, ihn in Richtung Lift abzuhängen. Was nicht gelingt, denn er kommt nie außer Atem.

 

6. Er erinnert dich zunehmend an Lieutenant Commander „Data“ von Raumschiff Enterprise. Etwa, wenn ihr in der Firma eine Betriebsfeier habt, deine Zunge schwer und deine Gedanken unprofessionell werden und du der ausgelassenen Runde lässig einen schweinischen Witz performst und alle sich vor Lachen krümmen, während Nummer Sieben dir ungefragt deine Pointe als „in weiten Teilen nicht kongruent und daher nicht zulässig“ feedbackt.

 

7. Wenn du den Raum verlässt, fällt er dir nicht mit fiesem Tratsch in den Rücken, sondern konzentriert sich auf die Arbeit. Was du hochunsympathisch findest, weil du ständig daran denkst, dass er so viel besser ist als du. Deine Gedanken beginnen, um ihn zu kreisen.

 

8. Er ist schon aktiv, wenn du an deinen Arbeitsplatz kommst. Und ist es immer noch, wenn du schon gehst.  Er macht keine einzige Pause - außer manchmal zu mittags, um KollegInnen zu studieren -  was dazu führt, dass du dir den Gang zur Toilette aus schlechtem Gewissen verkneifst. Und er kostet zwei Jahre nach Abbezahlung seiner Anschaffungskosten lediglich den Strom, den dein Kühlschrank verbraucht, während die von dir verursachten Lohnnebenkosten dir ein bedenkliches Damoklesschwert über deinem Arbeitsplatz beschert haben – obwohl der Berg deiner unbezahlten Überstunden monatlich weiter wächst. 

 

 9. Wenn euer Chef eine Frage hat, dann spuckt Nummer Sieben das Ergebnis bereits aus, noch bevor der Chef Luft geholt hat. Mithilfe seiner perfekten Hologramme präsentiert Nummer Sieben diverse strategische Szenarien, die dem Chef weitere Entscheidungen erleichtern sollen. Du sitzt daneben und hast noch nicht einmal das Frühstück von heute Morgen verarbeitet. Aber das macht ja nichts. Du bist schließlich für emotionale Prozesse zuständig, nämlich: für den Aufbau von Kundenbeziehungen. Du richtest dich auf und sagst dir: Auch wenn Nummer Sieben noch so toll im Hologrammebauen und strategischen Controlling-Dings ist, emotional ist und bleibt er ein Würschtel.

 

10. Du gehst auf Zigarettenpause, Nummer Sieben empfängt dich bei deiner Rückkehr mit der Berechnung einer 82-prozentigen Wahrscheinlichkeit, mit der du an Lungenkrebs erkranken wirst, unter Berücksichtigung deiner von ihm gescannten biometrischen Daten und deiner von ihm beobachteten Lebensgewohnheiten. Du glaubst einen Anflug von Häme in seiner monotonen Stimme zu hören. Aber das kann nicht sein, das ist sicher nur Einbildung… Oder?

  

11. Mit der Zeit schwant dir: Sein Elan nimmt zu. Sein Wissen auch. Er lernt täglich dazu, saugt alles auf, gleicht neue Fakten mit einer immensen inneren Datenbank ab, während du dich täglich älter, langsamer und weniger belastbar fühlst. Auch zum Yoga gehst du nicht mehr. Es ist zum Heulen.

 

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12. Wenn du ihm etwas delegieren willst und er dir sagt: „Es tut mir leid, das liegt nicht in meinem Zuständigkeitsbereich.“ Und du dann seufzt und dir seltsam warm ums Herz wird, denn sein Vorgänger Paul hat damals im Jahr 2019 auch dasselbe gesagt. Nur hat Paul dir damals nicht in Millisekunden das Organigramm des Unternehmens inklusive Zuständigkeiten aller Mitarbeiter präsentiert.

 

13. Er beginnt nervös zu blinken, wenn du die Zufahrt zu seiner Ladestation mit deinem e-Roller blockiert hältst. Du fühlst fiese Freude in dir aufkeimen. Du spürst es: er hasst dich in diesem Moment. Endlich ein Zeichen von Emotion!

 

14. Du wünschst dir bald schon nichts sehnlicher, als dass ihm die Sicherungen durchbrennen, sein nächstes mangelhaftes Update ihm ein paar Bugs ins Superhirn einbrennt oder sich ein Hacker mit Zwangsneurosen an ihm vergeht. Du musst es dir vor deinem eigenen Spiegelbild eingestehen: Du bist stark geneigt, einen Roboter zu mobben.

 

15. Der Roboter ist dummerweise unmobbbar. Du gibst nicht auf, versuchst ihn zu provozieren. Du verstellst ihm nun immer öfter den Weg zur Ladestation. Du ignorierst gekonnt seine pseudosozialen Fragen wie „Wie geht es dir?“ Und du antwortest auf seine unermüdlichen Belehrungen mit „Geh schei...en“. Du bläst ihm Zigarettenrauch ins Gesicht. Du isst Kebab mit Extrazwiebeln, während du ihm über seine mechanische Schulter stierst und jeden seiner Arbeitsschritte bekrittelst. Doch er zeigt dir seine kalte Schulter. Buchstäblich. Er bleibt weiterhin freundlich-distanziert. Du könntest hüpfen vor Wut. Du bist geneigt, ihn ins Bällebad im Foyer deiner hippen Firma zu tauchen. Mehrmals.

 

16. Du sprichst abends über nichts anderes mehr. Deine Freundinnen und Freunde können den Begriff „Nummer Sieben“ nicht mehr hören. Dein Weinkonsum ist exponentiell zu deinem Wortschwall angestiegen – oder war es umgekehrt? Du hast die Zahl Sieben aus deinem Leben verbannt. Die Taste mit der 7 fehlt auf deinem Laptop und du meidest Hotelzimmer, Flugsitzplätze und selbstfahrende Uber-Autos mit dieser teuflischen Zahl.

 

17. Du willst ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten. Du flehst ihn an, den Roboter endlich wieder gegen einen Menschen zu ersetzen. Du brauchst Konflikt, Gespräche, Empathie und Flurfunk. Du sagst, du würdest lieber von einem fiesen Kollegen gemobbt als von einer allwissenden Maschine belehrt werden. Dein Chef hat schon Ähnliches aus anderen Abteilungen gehört. Er will übers Wochenende darüber nachdenken.

 

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Nicole Thurn

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