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Kinderlos und Karriere: Wir Übriggebliebenen

Weiblich, kinderlos, mittelalt und im "Glücksfall" beruflich erfolgreich? Gesellschaftlich gesehen haben wir versagt. 

Weiblich, Single, um die 40, ohne Kinder, aber mit vermeintlicher "Karriere". Wir sind der allzu harte Teigrand der Fertigpizza, der schale Schluck Bier im überhitzten Schanigarten, der letzte Song, bevor die Bar für immer schließt. Wir sind die Übriggebliebenen. Die billigen Reststücke auf dem Fleischmarkt der Online-Beschaulichkeiten, die Ausschussware im Sommerschlussverkauf, die Ein-Centstücke im Sparstrumpf der Gesellschaft, die fremdgeschämten Leider-Nein-Kandidatinnen bei DSDS. Wer uns im Konsumrausch einsackelt, lässt uns bald ungenutzt in der Ecke liegen. Wir haben im Grunde nichts geleistet, außer ein paar Euronen von unserem Gehalt ins Steuersystem abzudrücken. Wir haben nicht für die heldenhafte Nachkommenschaft gesorgt, die den Klimawandel stoppen und den dritten Weltkrieg abwenden und die Zombie-Apokalypse endfighten und zum Mars fliegen wird. Und wir haben es auch nicht zum energieautarken Häuschen am Stadtrand mit Hochbeet und Wippschaukel und englischem Rasen geschafft. Wir haben nichts vorzuweisen außer ein paar halbvergessener Projekterfolge, vielleicht einen Super-Merger oder irgendeine Startup-Gründung mit anschließendem Fuck-up, daneben im Privaten eine mickrige bis imposante Liste an ausgelutschten Liebhabern und manchmal Liebhaberinnen, die sich in Nacht- und Nebelaktionen verstohlen mit einem „Bin nicht bereit für eine Beziehung“ oder „Sorry, Kinderwunsch geht gar nicht“ davon gemacht haben, manchmal sogar, ganz ohne eine Nachricht zu hinterlassen.

 

Wir waren mal stolz auf das, was wir erreicht haben. Oder sind es noch. Nach dem Tagwerk tindern wir uns feierabends durch das fototechnische Gruselkabinett aus brustbehaarten Kampfsportapologeten, insektenaffinen Incel-Nerds, selbsternannten CEOs und hoffnungsvollen Jung-Biobauern im Weizenfeld – alle mindestens so verzweifelt wie wir, nur weniger heimlich. Wir dagegen strahlen filteroptimiert im instagrammable Business-Outfit mit Sonnenbrille und frisch colouriertem Sommerhaar an der urbanen Strandbar, nur wenige Sekunden bevor wir nach dem achten nachmittäglichen Gin Tonic heimlich in den überdimensionalen Buxbaumtopf kotzen. Diejenigen von uns, die das nicht tun, würden es vielleicht gern.

Wir führen Konzernabteilungen, agile Teams, stehen abends auf Bühnen oder sprechen im Radio über Aufstieg und Fall des Bruttonationaleinkommens. Dabei verdienen wir weit weniger, als wir verdienen, denn wir haben es ja nicht anders verdient. Unseren Erfolg sehen wir als kurzweiligen Glücksgewinn auf einer Serendipity-getränkten Laufbahn an. Abends weinen wir uns allein in den Schlaf oder tun es dann doch nicht, weil wir ja stark sein wollen, auch vor uns selbst.

  

Lustlos tindern wir uns feierabends durch das fototechnische Gruselkabinett aus brustbehaarten Kampfsportapologeten, insektenaffinen Incel-Nerds, selbsternannten CEOs und hoffnungsvollen Jung-Biobauern im Weizenfeld – alle mindestens so verzweifelt wie wir, nur weniger heimlich.

 

Pseudo-Liebe gegen Stress

Gelegentlich werden wir gerade vom anderen Geschlecht als „wirklich tolle Frau“ oder als „hochintelligent und dazu noch schön“ oder zumindest als „interessant und ehrgeizig“ bewundert und großherzig als Lieblings-Affäre im Wettrennen um die supernette, aber fade bis lästige Ehefrau auserkoren. Wir, die Übriggebliebenen, nehmen nunmal, was für uns übrigbleibt, und das sind ein paar mehr oder weniger schöne Stunden zu den Randzeiten, ein paar Brotkrumen aus Pseudo-Liebe gegen den Stress kurz bevor der Selbsthass einsetzt, ein halblustiges Gspusi hier und eine unfreundschaftliche Freundschaft-Plus da. Manch gut gemeinter Rat schlägt uns entgegen: "Du hast keine Kinder? Kann ja noch kommen." "Hat halt nicht sollen sein." "Warum nicht Samenbank? Du solltest dich unbedingt noch fortpflanzen, du bist so intelligent." Gewiss, die Welt bräuchte dringend unsere Gene und das gibt uns zeitweise zu denken. Während andere, gesellschaftlich gesehen fähigere Frauen zwischen Herd, Hausaufgaben, weinenden Babies, Online-Meetings und Frühschichten ihre Nerven zerreißen und an den Übererwartungen zerbröseln, brüten wir über Exceltabellen, peinlichen esoterischen Ratgebern, den immergleichen Karriere-Podcasts, veganen Single-Kochbüchern und Selbstmitleid Frizzante. Wir sind schon fertig, denn wir haben die Erwartungen definitv nicht erfüllt. Und manchmal, in den guten Momenten, fühlen wir uns sogar mütterlich gegenüber der Welt, auch wenn kein verrotztes, tränenblindes Kleinkind an unserem Rockzipfel zerrt.

 

Dabei tun wir alles um keine Opfer zu sein und uns schon gar nicht so zu fühlen. Wir haben uns in unser selbstdesigntes Pappmaché-Schloss eingemauert, in dem wir ganz selbstbestimmt thronen, herrschen und walten, wie wir wollen, ganz insgeheim zumeist latent gelangweilt bis resigniert auf den ungestümen Prinzen zu Ross hoffend, der sich seinen Weg durch die Dornen zu uns bahnt. Verirrt sich ein mehr oder minder tapferes Exemplar in unsere Richtung, wird ihm der Weg just mit unserem feuerzüngelnden Rache-Drachen versperrt, der ihn den brennenden Schmerz gleich vorab spüren lässt, den wir dereinst spüren mussten, noch ehe er sich in unsere Nähe wagt. An die Schlossinnenwand unseres Gemachs projiziert läuft dabei ein alter Hollywoodschinken in Dauerschleife, mit engelsgesichtiger Hauptdarstellerin und unnahbarem und viel zu alten Gentleman, von sanftem Streichorchester-Gedüdel begleitet.

 

Wir stehen und fallen täglich, denn unser Rückgrat ist genauso welk wie die uns qua Geburt angediehene Weiblichkeit, deren einziger gesellschaftlicher Sinn und Zweck es doch sein sollte, hübsche und gesunde Kindlein zu gebären. Und egal, ob dies nieundnimmer oder unbedingt unser Wunsch war – gesellschaftstechnisch haben wir es in jedem Fall ganz ungebenedeit verkackt. Im Spiel des Lebens haben wir uns disqualifiziert.

 

Kinderlos? Selbst schuld

Zumeist fühlen wir uns wie Ölsardinen eingesperrt in der Aludose, darauf wartend, dass uns jemand befreie. Aber dann wieder phasenweise so, als wären wir im zarten Backfischalter, als hätten wir das pralle Leben noch vor uns und als stünden uns alle Türen sperrangelweit offen: Auslandsstudium, hemmungsloser Sex mit attraktiven Abenteurern, dann das lebensdauernde Ehegelübde mit dem einzig wahren Seelenpartner, das zwei phlegmatische Kinder samt Doppelhaushälfte mit negativem Kreditzins und S-Bahn in Gehweite verheißt; daneben spannende Projekte, Aufstieg auf der glasdeckenlosen Karriereleiter, eine Yoga-Ausbildung auf Bali und eine freundliche und freiwillig unterbezahlte Putzhilfe. Oder so ähnlich.

Am Ende schaffen wir morgens gerade noch den Sonnengruß und scheitern mit eingeklemmtem Ischiasnerv an der „Krähe“, schrubben fluchend unsere verkalkte Badewanne, in der wir uns später katzenjammernd mit Meditationsmusik mental wegbeamen wollen, was natürlich nicht funktioniert, weil wir davor einen Spiegelblick auf unsere 17. Falte neben dem rechten Augenlid erhascht haben. Reality kills the vibe. Und, by the way: Eat, Pray, Love ist sowas von 2010.

Wir stehen und fallen täglich, denn unser Rückgrat ist genauso welk wie die uns qua Geburt angediehene Weiblichkeit, deren einziger gesellschaftlicher Sinn und Zweck es doch immer noch ist, hübsche und gesunde Kindlein zu gebären. Und egal, ob dies nieundnimmer oder unbedingt unser Wunsch war – gesellschaftstechnisch haben wir es in jedem Fall ganz ungebenedeit verkackt. Im Spiel des Lebens haben wir uns disqualifiziert. Unsere Gebärmutter, ein unnützes Ding.

 

„Ihr seid doch ganz selbst schuld“, raunt die Fratze der Gesellschaft uns gehässig zu. Was bleibt uns also noch, als so zu werden wie die übriggebliebenen Männer, verbittert und verhärmt, nur bitte wenn möglich aggressionsfrei und nicht hysterisch? Mit ihnen können wir es vielleicht aufnehmen, mit diesen anderen traurigen Gestalten, den zweifach Geschiedenen, den sich an Schnapsflaschen und Spieljetons Klammernden, den alternden Filous und narzisstischen Ehebrechern.

 

Der kleine Trost ist vielleicht, dass die übriggebliebenen Männer im Schnitt fünf Jahre vor uns übriggebliebenen Frauen sterben. Und am Ende tatsächlich nur wir übrig bleiben. Wie die Kakerlaken am Ende des Atomkriegs, endlich zufrieden und in Frieden mit uns selbst, im Schaukelstuhl des abgehalfterten Altersheims ein Stillleben mit der Aufschrift „F*ck it“ stickend.

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Kommentare: 69
  • #1

    Anna (Freitag, 10 Juni 2022 07:54)

    Großartig!

  • #2

    Roman Stöppler (Freitag, 10 Juni 2022 09:05)

    Sehr amüsant. Was bei der Frau die nutzlose Gebärmutter, ist beim Mann der sinnlos vergeudete Samen des Onanisten. Steht wohl schon in der Bibel.
    Ich habe auf jeden Fall extrem schmunzeln müssen bei der Lektüre und die Frage ist, ob extrem schmunzeln nicht auch wie harter Pizzarand ist. Irgendwie nett aber doch nicht nötig. Ein Trauerspiegel der Gesellschaft wird uns hier vorgehalten ohne Ausweg scheinbar, denn die Meschen begeben sich freiwillig immer wieder in die Selbstoptimierungsschleife. Bei der nächsten Generation wird sich die Work-life Balance als neue Droge herausstellen, gesteuert von optimalen Lebensweisen gerneriert in sozialen Medien und weniger optimalen echten Menschen. Ich hoffe auf etwas Trost im nächsten Artikel mit ähnlich genialem Wortwitz.

  • #3

    Andrea (Freitag, 10 Juni 2022 09:14)

    Vielen Dank für diesen Artikel! Wir sehen mal wieder, dass überall da, wo Licht ist auch viel Schatten ist. Und irgendwann fragt sich (fast) jede/r, ob es das wirklich wert ist...

  • #4

    Nils (Freitag, 10 Juni 2022 09:50)

    Tja, würde mal sagen, "selber schuld". War von Euch so geplant, dass Ergebnis ist nicht zufriedenstellend, hinterher jammern bringt auch nichts. Im Übrigen ist es als Mann so, dass man sich anhören muss, "meine Karriere ist mir wichtiger", wenn man Familienwunsch äußert. Man ist dann gleich der Macho, der die Frau an den Herd stellen will. Bei den ganzen "karrieregeilen" Frauen (die Karriere, die dann eben doch nicht so ganz die richtige und wahre Karriere ist, siehe Artikel) wird man als Mann mit Familienwunsch deshalb auch gleich abgewiesen. Und aus Männersicht muss ich auch leider sagen, dass immer noch eine nicht geringe Zahl von Frauen immer noch nicht erkennen kann, was einen guten Mann ausmacht - dann muss man sich auch nicht wundern, wenn keiner "kleben" bleibt ...
    PS: Es ist ausdrücklich nicht gewünscht, dass eine Frau mit Familie nur am Herd steht. Aus meiner Sicht soll und muss eine Frau heutzutage trotzdem sogar arbeiten, wg. Rente, Unabhängigkeit etc. Von nur die Frau an den Herd stellen, kann keine Rede sein. Es ist aber sicherlich eine Herausforderung, dass gemeinsam zu organisieren => sind wir wieder beim Thema "einen guten Mann erkennen". Mit stupidem herumtindern für den schnellen Fick nach dem letzten "business call" wird es so natürlich nichts ...

  • #5

    Nicole von NewWorkStories (Freitag, 10 Juni 2022 12:12)

    Vielen Dank für eure Kommentare!
    Lieber Roman, danke dir! Ja, die konstruktiven und sachlicheren Artikel sind auch wichtig und kommen! Gerade das Thema Selbstoptimierung betrifft uns ja alle auf den verschiedensten Ebenen. Letztlich gehts darum, sich ein Stück weit frei zu machen von Fremderwartungen und überhöhten (Selbst-)Ansprüchen bzw. Perfektionismus.
    Lieber Nils, völlig richtig, letztlich geht es darum, raus aus dem Selbstmitleid zu kommen, Selbstverantwortung zu übernehmen, neue Perspektiven zu finden. Andererseits darf auch Frust und Verletzlichkeit mal sein, erst dann wird das möglich. Danke für deine Perspektive - ich finde, Männer sollten viel mehr ihre Sichtweise einbringen zu Familiengründung, Fremderwartungen, Männerrollen und -pflichten. Ich lese viel über die Frauenperspektive zu Vereinbarkeit, Familiengründung, Kinderlosigkeit etc., von den Männern leider wenig. Dabei ist es aus meiner Sicht ein Thema, das alle angeht. Ich glaube auch, Männer sind großem Druck auf andere Weise ausgesetzt oder wollen wie du sagst eben häufig auch Familie und nicht nur Karriere. Und New Work bedeutet für mich, alle Sichtweisen einzubeziehen und Strukturen zu schaffen, die Arbeit als Teil des Lebens einordnen und nicht auf Kosten des Lebens.
    @ Andrea: Ja der Schatten darf auch mal raus aus seinem Schattendasein ;-). Wir alle müssen in den unterschiedlichsten Lebensentwürfen viel hinkriegen, über Ängste wird definitiv zu wenig gesprochen.

  • #6

    Angela (Freitag, 10 Juni 2022 12:50)

    Dieser Artikel zeigt eher die veralteten Gesellschaftsstrukturen. Ich bin weit über 40 und gehören zu genau den Frauen, die sich zwischen Kind und Karriere entscheiden mussten. Traurig ist, dass das immer noch so ist. Ebenso traurig ist, dass Mann noch oft schief angesehen wird, wenn er sich für Elternzeit entscheidet.
    Ich sehe heute noch, dass Frauen mit guten Aussichten auf Karriere, die sich für Kinder und Familie entscheiden, beruflich in die hintere Reihe geschoben werden. Es sind Abwesenheiten wegen der Kinder zu erwarten. Frau ist nicht mehr unbegrenzt für die Firma einsetzbar. Leider sind viele Unternehmen gerade in dieser Hinsicht unflexibel.
    Für meine Generation ist das völlig normal. Da erst Ende der 70er Frauen ohne Erlaubnis ihrer Männer einen Beruf ergreifen durften, war das zu erwarten. Alles braucht seine Zeit. Aber das ist 40 Jahre her. So langsam sollte die Männergesellschaft ihre Einstellung ändern.
    @Nils:
    Ja, wir Frauen haben eine Entscheidung getroffen mit der wir leben müssen. Aber schon einmal daran gedacht, dass Mann kein Problem mit der Familienplanung hat, solange er in der alten Geschlechterrolle bleibt und Frau sich eher um Kinder kümmern muss? Dies ist in den letzten 2 Jahren besonders deutlich geworden, dass Frau in den meisten Fällen Homeoffice, Homescooling und Kinderbetreuung erledigt hat.
    Wie wäre es wenn Frau sich nicht zwischen Kind und Karriere entscheiden müsste? Mann kann problemlos beides haben. Warum Frau nicht?
    Zusätzlich ist es in vielen Fällen heute noch so, dass Mann der Ansicht ist, er müsste die Familie ernähren. Sobald Frau ein höheres Einkommen hat und auch noch engagiert im Beruf ist, nimmt Mann Abstand.
    Unsere Entscheidung ist also notwendig, weil die Gesellschaft immer noch im Rollenverhalten gefangen ist, welches tatsächlich ein männlich dominiertes Rollenverhalten ist. Wenn es nach Frau geht, ist es veraltet.

  • #7

    Marion (Freitag, 10 Juni 2022 16:44)

    Perfekt beschrieben und witzig aber richtig verpackt!!!

  • #8

    Marion (Freitag, 10 Juni 2022 16:48)

    Perfekt beschrieben und lesenswert verpackt, super! Und nein, einige "selber schuld" sind einfach anders gekommen als gewünscht und verlaufen. Nicht gewählt oder gewollt. Sonst hätte es diesen Artikel nicht gegeben.

  • #9

    Volker Heinzmann (Freitag, 10 Juni 2022 17:29)

    Ein sehr guter Beitrag! Man sollte endlich mal von den althergebrachten Vorstellungen wegkommen, denn wir sind ja alle immer noch erzogen, wenigsten >45! Das Problem ist also erstenes was uns anerzogen wurde und zweitens, wie die Firmenauf gewisse Sachen reagieren! Ich muß mein Kind zum Arzt bringen, dann kommt: und ihre Frau? Im alkgemeinen sind die aufgezwungenen Rollenverständisse für beide eine Katastrophe, da da immer nur einem Ideal nachgeifert wird, das ca. 1% erreicht! Also, sich zusammensetzen!!!!!

  • #10

    Katrin (Samstag, 11 Juni 2022 08:03)

    Oh, Gott, was für ein Sch... außer Klischee am Fließband nichts gewesen. Wie wäre es denn, einfach mal den aufgesetzten Selbsthass beiseite zu legen und zu schauen, was das Leben abseits von gesellschaftlichen Konventionen zu bieten hat?

  • #11

    Nummer10 (Samstag, 11 Juni 2022 08:28)

    Klingt doch super. Sie hat Zeit für Entspannung in einer sauberen Badewanne, kann sich aussuchen, wann ein Lover noch gut tut, und kann den Weg zur persönlichen Entfaltung einschlagen.
    Sinnstiftung gibt es auch jenseits vom Kinderkriegen und das Gefühl von Verbundenheit kann man auch bei Freunden etc finden. Man muss halt was dafür tun. Jeder, und immer wieder.
    Btw, ein toll geschriebener, und trotzdem furchtbarer Artikel.

  • #12

    Maren (Sonntag, 12 Juni 2022 13:56)

    Wenn man Entscheidungen trifft, muss man mit den Konsequenzen leben.
    Oder man jammert und bloggt darüber.
    Grauenhafter Artikel!

  • #13

    Nicoletta (Sonntag, 12 Juni 2022 18:28)

    Aus welchem Grund das ganze nicht mal positiv sehen? Statt Kinderlos lieber Kinderfrei zu sein und dazu stehen. Die eigene Freiheit genießen - Ja, natürlich kommt hier und da der Gedanke nach einem friedvollen Familiendasein auf (mit Kindern). Andererseits, gibt es unzählige Mütter, Väter und Familien, die einfach megagestresst sind. Dauerndes Herumgeplärre, Hin- und Herkutschiererei der Kleinen, kaum mehr Zeit für sich selbst haben. Auf einer Schweitzer Webseite habe ich vor etlichen Monaten dazu einen interessanten Artikel dazu gelesen (sinngemäss): Pro Kinderlos statt schlechtes Gewissen.
    Im Bekanntenkreis meinte auch eine Frau, die immer gegen Kinder war: "Die biologische Uhr läuft bald ab. Ich muss jetzt handeln." Mein Gedanke war dazu nur: Sind wir hier beim Marathon? Erzwingen lässt sich ohnehin nichts. Und nur aus egoistischen Gründen ein Kind in die Welt zu setzen, finde ich absurd.

  • #14

    maria (Montag, 13 Juni 2022 06:51)

    Jeder versaut sich sein Leben auf seine Weise. Hahahaha

    Kleine Anmerkung: Wer denkt, dass das alles ist im Leben und nicht weiter blicken kann, als bis zu diesen Themen, hat das Potenzial dieses Lebens, seines Gehirns und dieser Welt nicht verstanden und ist mega kurzsichtig. Die Gefahr besteht, in seiner Ignoranz zu verharren. Man kann sich aber auch mal die Frage stellen, wer bin ich?, ohne mit Karriere, Status, Gender, Besitz, Freunden oder Dingen, die man getan hat, zu antworten.
    Das System hat scheinbar brave, sich innerlich zerfleischende Bürger hervorgebracht.
    Aber...wir befinden uns noch immer auf einem brennenden Planeten, der durch dieses riesige All fliegt. Und... Unsere Zeit ist begrenzt.
    Just enjoy the flight. ��

  • #15

    Anonym (Montag, 13 Juni 2022 07:53)

    So ein furchtbar langweiliger Beitrag. Nicht interessant, nicht lustig, nicht sinnvoll. Verschwendete Zeit. Die Autorin sollte das Schreiben lieber lassen und die Welt wäre besser dran. Oder einen Roman schreiben, den dann das entsprechende Klientel liest und in Selbstmitleid zergeht.

    Sehr schlechter Artikel.

  • #16

    Rengsi (Montag, 13 Juni 2022 08:12)

    Wundervolle Rhetorik. Diese im artikel beschriebenen Frauen gibt es vermutlich tatsächlich….. genauso wie die anderen… zu denen ich gehöre:
    Ehe, kinder , Haus im Grünen empfand ich schon immer als gefängnis u. Habe Karriere gewählt. Heute lebe ich von u. Mit deren Früchten, glücklich u. Selbstbestimmt ohne nervende Kinder oder nörgelnde Partner….. u. Habe es keine einzige Sekunde bereut. Im Gegenteil…..u. Werde glühend beneidet von den vielen Frauen in meinem Grossen Freundeskreis, die sich für Gefängnis entschieden hatten. Deren kinder konnte ich mir ausleihen, damit die selbst mal 2 stunden Me-time erleben durften. Länger allerdings hielt ich es nie aus u. War froh, die Bälger wieder der mutter überreichen zu können. EHE ist das Kürzel von Errare Humanum Est….! Tiefe Vollkommenheit erlangt nur der Baum, der allein steht.

  • #17

    Ein Mann (Montag, 13 Juni 2022 08:41)

    Ich bin teilweise erschüttert über die extreme Ich-Bezogenheit von Menschen beiden Geschlechts, was sich aber am leichtesten bei angeblich unabhängigen Frauen erkennen lässt. Jeder Mensch wurde geboren und als Kind von Eltern groß gezogen. Wie kann man Kinder da als nervend und unerwünscht empfinden?
    Von weitem betrachtet spielt das Schicksal eines einzelnen Menschen keine große Rolle. Die Natur und auch der Mensch sind darauf ausgelegt, nur eine gewisse Zeit auf dieser Welt zu verbringen und das Leben an andere weiterzugeben. Diejenigen, die sich nur mit sich selbst beschäftigen, sind dann auf lange Sicht die Verlierer.
    Ein einzelner Baum mag Vollkommenheit am ehesten erlangen, aber wenn er gestorben ist, ist es eben aus. Mir ist ein Wald von weniger vollkommenen Bäumen lieber.

  • #18

    Marcella (Montag, 13 Juni 2022 09:10)

    Schmerzhaft gut, amüsant real.
    Wundervoll geschrieben- danke dafür!

  • #19

    Medi68 (Montag, 13 Juni 2022 09:11)

    Sei Du selbst der Mensch, den Du Dir von anderen wünschst... und wenn Du den Faden zu Deinen Zielen verlierst, lies vielleicht in "Die Weisheit Salomos": auch der Gerechte kann kinderlos sein, (Sprüche 3,13) , schreibe Tagebuch und finde vielleicht einen neuen Faden.
    Die Selbsthilfegruppen haben einen gemeinsamen Spruch:
    "Ich wünsche mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
    den Mut und die Kraft, Dinge zu ändern, die nicht zu ertragen sind-
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
    Vom wahren Feind fährt grenzenloser Mut in Dich- finde etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt, dann findest Du auch Gleichgesinnte, die Dir eine Familie sein können- wenn Du wie eine Familie auch zu ihnen sein kannst. ( und manchmal hilft auch eine Therapie)

  • #20

    Claudia S. (Montag, 13 Juni 2022 09:38)

    Der Artikel gefällt mir nicht, weil die Verfasserin nichts anderes kennt und bedient als gesellschaftliche Erwartungen. Es tut mir regelrecht leid, dieses Schwanken zwischen Selbstverachtung und Selbstermächtigung wahrzunehmen, ohne Ausweg durch die Frage, was diese Person selbst denn als erfüllend und glücksspendend erleben könnte. Ich kann es nachvollziehen, dass es wehtut, von anderen Menschen wegen des Familienstandes als Mängelwesen angesehen zu werden. Jedoch erfahren praktisch alle Menschen Ablehnung, die nicht den gängigen Erwartungen entsprechen, wie zum Beispiel Homosexuelle, alleinlebende Mütter, Menschen aus einem anderen Kulturkreis etc. Ich wünsche der Verfasserin, dass sie es schafft, ihre eigenen Werte zu finden, Dinge, die ihr Freude geben und sinnstiftend für sie sind und dass sie es schafft, sich aus dem Hamsterrad der Erwartungen der anderen zu befreien.

  • #21

    Tuni (Montag, 13 Juni 2022 09:42)

    Schön geschrieben. Doch Schreiben allein bewegt die Welt nicht. Vollkommen ausgeblendet sind dabei die, die das Rad - durch Selbstverantwortlichkeit, das Schaffen von großartigen Dingen und ja, auch durch Steuern zahlen - am Laufen halten. Einfach die Augen öffnen, für die die ihr (noch vorhandenes) Leben gegeben haben, für Sachverhalte und Dinge, die der Menschheit tatsächlich nutzen. Die sich - mit oder ohne Nachwuchs darüber freuen und sich durch ihr Engagement zudem ein für sich selbst dauerhaft auskömmliches Einkommen erzielt haben. Egal, in welchem Land und auf welchem Level. Besonders auch die, die auch ohne selbst erzeugte Nachwuchsgeneration dennoch Mut und Motivation haben, anderen etwas mitzugeben, statt sich auf die Suche nach weiteren Frustkanonen zu begeben, die sich dann gegenseitig bejammern können. Jammern ist deutsch. Im Hängemattenland für alle. Selfmade ist in einem demokratischen Land möglich, im Guten wie im Schlechten. Die Rahmengebende Handbremse ist lösbar. Da würde ich freundlich empfehlen, Benchmarking im Privaten wie im Business zu betreiben. Die Heldinnen und Helden suchen, die keine Zeit zum jammern haben. Wohl aber den Freiraum. Es gibt sie ja, wie einige wenige vorherige Kommentare aufzeigen. Zukunft ist möglicherweise weltweit bereits in der operative stark auf dem Weg von der Männerwirtschaft zur erstarkenden Frauenwirtschaft. Also gilt es, mit unserer Kraft den Nachwuchs mit Potential zu unterstützen. Intelligenz mit praktische Anleitung verwertbar weiter zu geben wäre da beispielsweise ein Ansatz. Das Großziehen, bis zu dem Zeitpunkt, ab dem ein Mensch erkennen lässt, ob er für mehr als den Durchschnittsarbeiter oder -angestellten willig ist und taugt, haben wir uns bis dahin ja gespart. Das Leben ist gut. Und: auch "nur Schreiben" regt andere immerhin zum Denken an und lockt zur Antwort. Danke :-)

  • #22

    Bea Huegel (Montag, 13 Juni 2022 10:26)

    Der Blickwinkel dieses Artikels ist interessant. Der Gedankengang funktioniert nämlich nur, wenn die beschriebenen Frauen die Erwartungen der Gesellschaft nicht erfüllen, sie aber übernehmen. Lasst das Mädels. Kein Mensch muss nützlich sein! Das ist die Voraussetzung für Menschenwürde! :-)

  • #23

    Unanonym (Montag, 13 Juni 2022 11:07)

    "... Nichts (kein Job, keine Familie, keine Beziehung, kein Einkommen, kein Urlaub, kein Selbstverwirklichungskurs, kein Status, kein Titel, kein Nobelpreis usw.) kann kann Dich auf Dauer wirklich glücklich MACHEN..." wenn man das mal in seiner ganzen Bedeutung erfasst, ist das DIE Befreiung. Und das Glück stellt sich wie von selbst ein...

  • #24

    Christiane Middelanis (Montag, 13 Juni 2022 11:07)

    So ein überflüssiges Geschwafel. Wer allen Ernstes glaubt, dass in "alten" Ehen mit erwachsenen oder heftig pubertierenden Kids und Doppel-Berufstätigkeit immer alles supi dupi trallala wäre, darf gerne weiter Rosamunde Pilcher schauen. Intelligentes Arrangieren heißt mE hier das Zauberwort. Und wer keine leiblichen Kinder hat: Es gibt so viele Menschen und Tiere auch bei uns in D und AT, die dringend Unterstützung von intelligenten, emphatischen Damen (und natürlich Herren) benötigen. Von Leuten, die Lebenserfahrung und Geld haben und zudem gesellschaftlich gut vernetzt sind - da braucht keiner aus Langeweile mit irgendwelchen Deppen zu tindern. Politisches Engagement kann auch sehr erfüllend sein, zB. Dann kann man statt über Nonsens auch über Relevantes schreiben... Just my 2 Cents.

  • #25

    MussMalSein10 (Montag, 13 Juni 2022 11:09)

    Bin auch so eine Übriggebliebene, deren Geschwister den Eltern Enkel geschenkt haben, bei der einfach immer der richtige Mann gefehlt hat, und der dann auch die männlichen Chefs noch vorgehalten haben, dass sie ja sozial verkümmert sei, weil sie keine Familie habe. Aber es ist richtig, dass jammern nichts bringt und man für sein Leben selbst verantwortlich ist. Ich finde aber auch, viele der Kommentatoren machen es sich ein bisschen einfach. Die Welt ist nicht schwarz oder weiß, wer keine Kinder hat, lebt nicht notwendigerweise im hedonistischen Selbstverwirklichungsrausch, und wenn die Gesellschaft einem immer wieder spiegelt, dass man alles falsch gemacht hat, dann nennt man das glaube ich Diskriminierung. Aber wer sich darüber beschwert, der (die!) kultiviert ihre Opferrolle und es ist wieder verkehrt.
    Den Ausgangsartikel habe ich als einen amüsant und doch manchmal schmerzhaft wahren Aufschrei empfunden, in dem ich mich zum Teil wiedergesehen habe. Was bleibt, wenn man als Frau, gesellschaftlich gesehen, versagt hat und die eigentlich den Fähigkeiten entsprechende Karriere trotzdem nicht gemacht hat? Und ab Mitte 40 alles zu spät zu sein scheint? Das sind, sorry, keine trivialen Fragen, und man legt nicht an einem Tag den Schalter um verwirklicht sich jenseits von Familie und Karriere selbst. Vielleicht ist der Artikel einfach ein guter Denkanstoß, sich rechtzeitig Gedanken zu machen :-).

  • #26

    Ulla (Montag, 13 Juni 2022 11:13)

    Ein sehr gut geschriebener, interessanter Artikel.
    Allein habe ich zu diesem Thema einen anderen Standpunkt.
    Ich kenne einige Frauen, die ihr Selbstmitleid u. ihre vorgefaßten Meinungen über sich und andere über Bord geworfen haben. Niemand ist vollkommen, auch ich nicht. Diese Erkenntnis ist meiner Erfahrung nach der Schlüssel für ein glückliches, erfülltes Leben.

  • #27

    Christine (Montag, 13 Juni 2022 11:13)

    Was für ein MEGA Artikel!
    Ich hab herzlich gelacht � und innerlich geweint � - Worte auf den wunden Punkt getroffen.
    Danke dir - ich weiß nicht, wann ich das letzte mal so einen fesselnden Text gelesen habe - ich glaub, das war damals bei Fifty Shades of Grey �...

  • #28

    Patrice (Montag, 13 Juni 2022 12:16)

    Seit wann ist einziger Lebenszweck der Frau Kinder zu gebären. Die Männer versuchen uns "armen" Weiber das schon seit hunderten von Jahren klar zu machen, das macht es aber trotzdem nicht wahr. Und jetzt helfen wir Ihnen auch noch dabei? Nein Danke, keine Lust.
    Die Depression, nicht genug geleistet zu haben, das hehre Ziel welches in den Zwanzigern gesteckt wurde, nicht erfüllt zu haben, erwischt Männer wie Frauen gleich. Also wo liegt das Problem. Unsere Gesellschaft schätzt das große Räderwerk der Fleißigen die sie am Leben erhalten halt einfach nicht. Muss sie auch nicht, ich komme auch ohne Schulter klopfen durch den Tag.

  • #29

    Stef (Montag, 13 Juni 2022 12:45)

    Danke, schöner Artikel.
    Mein Fazit: Es zählt nur das was am Ende übrig bleibt. Wir können immer noch als "harter Teigrand der Fertigpizza" in die Geschichte eingehen.
    Sei immer du selbst, außer du kannst Batman sein, dann sei Batman!

  • #30

    Lina (Montag, 13 Juni 2022 13:54)

    Übriggebliebene in diesem Kontext kenne ich, belegen aber anders als beschrieben nicht die letzte Sprosse im weiblichen „Abstiegskampf“. Wirklich übrig bleiben die abgelegten Ehefrauen, deren Lebenswerk ‚Familie“ , mit Mitte 50 an einer super gestylten, stets gut gelaunten, selbstbestimmten, vollreflektierten, tiefenverwirklichten 40gerin, zerschellt!
    Ohne Kinder und Verpflichtung rennt der geplagte Familienvater nun inlineernd, joggend ab und zu Marenge tanzend, einem neuen, plötzlich auch veganem Horizont entgegen. Neben ihm die 40 jährige Karrierelady, die weiß, wie einfach die Beute zu erlegen ist, wenn frisch manikürte Fingernägel an der altgedienten Ehe kratzen. Wirklich übrig bleibt eine Frau, eben noch kurz über 50 mit dem Gefühl von kurz vor 60, die Zukunft und die Vergangenheit verloren zu haben. Beruflich kaum weiterentwickelt, verliert sie den sozialen Status, den der flüchtige Gatte mit in das neue hippe Leben nimmt. Und die fast erwachsenen Kinder bewundern ihren Vater für seine neue Jugendlichkeit. Übrig bleibt wieder eine Frau am Ende Ihrer Jugendlichkeit ohne Karriere, ohne Partner ohne die Möglichkeit sich eine neue finanzielle Existenz aufzubauen, dafür ist sie zu alt… übrig geblieben und ausgedient!

  • #31

    bena (Montag, 13 Juni 2022 13:55)

    Sprachlich genialer Beitrag; überspitzt, aber trifft genau in den Kern mancher Wahrheiten - einfach zum Schießen! Selbstironie wins!

  • #32

    Wellenreiterin (Montag, 13 Juni 2022 14:35)

    Sehr wortstarker Artikel, der überspitzt das wiedergibt, woran es in der bestehenden Arbeitswelt am meisten mangelt: Genug Zeit für die schöne Gewohnheit, einfach zu leben und seine seelischen und sozialen Bedürfnisse zu befriedigen. Unsere Lebenswelt ist entschieden zu dominiert von der Arbeitswelt und deren Bedingungen - dazu die Konsumwelt als miserable Kompensation. Solange das Realität war und leider immer noch ist, wollte ich niemals Mutter werden, schon gar nicht als Ehefrau, aber auch nicht allein erziehend. Das gesellschaftliche Vater-Mutter-1 bis 2 Kinder-Modell war instinktiv nie meine Vision. Meine Gegenrealität habe ich mir als Freiberuflerin geschaffen, und genau diese Freiräume haben es mir ermöglicht, ein selbstbestimmtes Leben in gewissen, wunderschönen Nischen zu leben, ohne viel Geld. Ich habe nicht Karriere in der normalen Arbeitswelt gemacht - das hätte mich viel zu sehr vom Leben abgehalten - sondern immer nur soviel Arbeit angenommen, wie ich Geld brauchte, um das zu verwirklichen, was ich gerade vorhatte. Hat ganz gut funktioniert, auch wenn ich oft allein war und bin, diese Freiheit hat ja auch ihren Preis, "unbemannt und kinderlos", den ich aber ungereut akzeptiere. Mit Partner und Kindern braucht es eine drastische Volte in der Arbeitswelt, das sollte alles kombinierbar sein und auch Freiräume lassen für die Selbstverwirklichung der Eltern. Auf Neudeulisch gibt es ja schon einen Begriff dafür: Work-Life-Balance. Hoffentlich wird das was. Kinder sind schliesslich das Leben.

  • #33

    Erik (Montag, 13 Juni 2022 14:52)

    @Lina:
    Kein leichtes Schicksal, wirklich nicht. Aber - sofern früher noch ganz klassisch verheiratet - immerhin weiß die so übrig gebliebene Frau vier Dinge:

    a) Sie hat bzgl. Kindern nichts verpasst - diese bleiben ihr statistisch die nächsten 35 Jahre erhalten. Ihre Karriere wäre in spätestens 10 vorbei.
    b) Der Mann kann seinen "Status" und "Lebensstandard" nicht ansatzweise einfach mitnehmen. Die Hälfte der Rentenansprüche ist weg und Unterhalt etc. sind bei schlechterer Steuerklasse auch kein Traum
    c) Auf dem "Gebrauchtpartnermarkt" sind mittellose Frauen viel beliebter als ihre männlichen Pendants.
    d) Sie wird nachts besser schlafen wenn er nicht mehr neben ihr schnarcht ;-)

  • #34

    Claudia S. (Montag, 13 Juni 2022 17:45)

    Mein Gott, als ob man sich nur über Kinder oder Karriere definieren kann! Das Leben bietet zum Glück genügend Alternativen z. B. soziales Engagement. Immer diese Nabelschau!

  • #35

    Anna (Montag, 13 Juni 2022 22:38)

    Ausgezeichnet!
    Danke schön, Nicole, für die Mut, das auszusprechen, wovon einige Frauen Angst haben zu denken, geschweige von gar darüber zu reden.
    Es tut auch gut, die Kommentare mit unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema zu lesen.
    Es gibt viel Stoff zum Nachdenken und Anstoß zum Handeln

  • #36

    Kira (Montag, 13 Juni 2022 23:27)

    Vielen Dank für diesen amüsanten Artikel und allen Meinungen hier. Musste sehr lachen und fühlte mich zugleich etwas ertappt.
    Was jedoch im Artikel und auch in den Kommentaren im Fokus steht ist die Frau, die sich all das aktiv aussucht. Ich möchte noch einmal den Blick erweitern auf die Menschen, die sich nicht aktiv für diesen Weg vermeintlich entschieden haben, sondern das Leben so nehmen (müssen), wie es eben kommt.
    Wenn Schicksalsschläge einen dazu „zwingen“. Dann bleibt manchmal die Suche nach einer anderen Art der Erfüllung und es besteht nicht immer die Möglichkeit der Wahl, warum auch immer man wählen muss. Und das hat nichts mit jammern zu tun - sondern neue Wege für sich finden sein Leben zu gestalten, abseits von der gesellschaftlichen Norm!

  • #37

    Eduard v. Jammerthal (Dienstag, 14 Juni 2022 08:58)

    Der Post von Angela trifft den Punkt: Die gesellschaftlichen Verhältnisse müssen sich so ändern, dass sich die Frage "Kinder oder Karriere" gar nicht mehr stellt. Das Kinderkriegen zum Hindernis auf dem Weg zu einem zufriedenen Leben zu erklären, ist einer der großen Irrtümer unserer Zeit. Ich kenne keine kinderlose Frau über 40 (zugegeben, ich kenne nicht alle), die nicht gelegentlich das Gefühl beschleicht, etwas ganz Entscheidendes verpasst zu haben. Warum setzen wir nicht alles daran, Frauen, die Kinder möchten, das auch ohne Einschränkungen zu ermöglichen? Auf der anderen Seite aber auch die Kinderlosigkeit nicht zum gesellschaftlichen Makel abzustempeln? Auf jeden Fall sollte niemals Geld das Motiv für Kinderlosigkeit sein. Das geht schief.

  • #38

    Rob (Dienstag, 14 Juni 2022 09:47)

    Das Leben ist die Folge von Entscheidungen, die wir treffen. Manche bewusst, manche unbewusst. Es ist ebenso müßig wie sinnlos, daraüber zu jammern und zu klagen.

    Ändern, was man ändern kann. Akzeptieren, was man nicht ändern kann.

    Und nein, man kann nicht immer alles haben. Das ist eine der großen modernen Lebenslügen. Manchmal muss man sich entscheiden. Und mit den Entscheidungen leben - oder sie ändern.

  • #39

    Gia (Dienstag, 14 Juni 2022)

    Der dümmste Artikel den ich seit langem gelesen habe… Emanzipation wird hier ganz klein geschrieben. Natürlich sind wir Frauen nur etwas Wert wenn wir einen Partner und Kinder haben (Ironie )…Ganz erbärmlicher Artikel.

  • #40

    Margret (Dienstag, 14 Juni 2022 10:07)

    Habe selten so einen wirklich wortgewandten, aber durchweg negativen und jammervollen Artikel einer Frau auf dem Weg nach dem Sinn ihres Lebens gelesen. Ich nehme mal an, dass es sie nicht wirklich betrifft, sondern sie sich als Sprecherin für die Generation Frau in den 40ern versteht und Aufmerksamkeit für deren Probleme schaffen will. Dennoch hat mich diese durchweg frustrierte Lebensbilanz irgendwann genervt und nicht zum Nachdenken angeregt, sondern eher Mitleid hervorgerufen. Wo bleibt der Blick auf das "Gute im Schlechten", die Dankbarkeit für das Schöne des Augenblicks, das auch immer noch da ist? Für mich ein ziemlich selbst bezogenes Jammern auf hohem Niveau. Typisch deutsch. Ich gehöre zu den jungen Alten mit 60plus, habe als geschiedene Singlefrau auch mit gewaltigen Widerständen in vielen Bereichen zu kämpfen. Aber unterm Strich gehe ich mit einem zufriedeneren Gefühl durchs Leben, auch wenn es für mich inzwischen viel eingeschränkter ist als noch vor 20 Jahren. Wer mit offenen Augen und wachen Sinnen seinen Alltag lebt, kann die Welt ganz gewiss auch noch anders und nicht nur als" übrig geblieben" beschreiben und erleben.

  • #41

    mICHa (Dienstag, 14 Juni 2022 12:48)

    @Angela
    Meiner Meinung nach krankt die ganze Diskussion um die Frage "Karriere oder Kinder" - benennen wir es der Einfachheit halber mit dem schwergewichtigen Begriff "Gleichberechtigung" - schon allein daran, dass naturgegebene Fakten dabei ausgeblendet werden. Sicherlich kommt bei dem ein oder anderen jetzt direkt der zumeist an-trainierte Aufschrei der Entrüstung hoch, wenn ich einfach nur feststelle, dass Frau eine Gebärmutter hat und Mann eben nicht. Allein damit ist doch vieles, ja wenn nicht sogar alles gesagt. Einerseits soll diese Realität bei Fragen der Gleichberechtigung komplett ausgeblendet werden, und andererseits ist es aber genau diese Realität, welche dem Griff nach besagter Berechtigung von vorn herein im Wege steht. Allein das Wort "Gleich" suggeriert dabei, dass Frau sein mit Nachteilen behaftet ist. Dabei hat die Natur es doch so wunderbar eingerichtet, und dennoch bürsten alle Bestrebungen der letzten Jahre und Jahrzehnte das Fell der Geschlechterrollen stoisch gegen den Strich. Das fühlt sich nicht nur seltsam an, sondern sieht mitunter auch komisch aus und kann verdammt weh tun. Mit anderen Worten sieht man ja gerade am Inhalt dieses wundervollen Artikels nur allzu gut, was Frau aufgeben muss, um einem am Ende offensichtlich doch nicht zufriedenstellenden Ziel nachzujagen. Diese Marschrichtung dürfte manche Frau vermutlich auch nur so lange beibehalten können, wie sie ihre Natur verleugnet und die damit einhergehende innere Stimme sowie Gedankenwelt unterdrückt oder zumindest im Zaum hält. Und selbst wenn sie Mutter wird, muss Kind dann mangels Zeit fremdbetreut in dieser Welt Fuß fassen, so dass die so wichtige und wunderschöne Mutter-Kind-Bindung wohl nie entstehen kann; am Ende gibt es nur Verlierer, in dem Versuch, Dinge zu vereinbaren, die an sich unvereinbar sind. Wir müssen alle Entscheidungen treffen, und in einer Zeit vor Pille & Co. wurde eine wesentliche Entscheidung dann oftmals einfach von der Natur getroffen, während heute eine latente Überforderung in Sachen richtige Entscheidung vorherrscht – mit dem Ergebnis muss mal dann halt umgehen.

    Und jetzt wage ich mich mal gaaanz weit aus dem Fenster heraus: liebe Karrierefrau, als vermutlich ledige Gutverdienerin zahlen sie zwar viel an Steuern, allerdings nehmen sie einem Mann einen gut bezahlten Arbeitsplatz weg, mit dem er seine Frau, wenigstens ein Kind und sich selbst versorgen könnte … dann mal Feuer frei ;)

  • #42

    Ama (Dienstag, 14 Juni 2022 14:09)

    Mit spitzer Feder irgendwas zwischen launig geschrieben, um die eigene Übellaune und Selbstmitleid zu verbergen.

    Vermeintlich war/bin ich auch so: Kinderlos, Single, Tante, beruflich erfolgreich ...

    Und doch fühlt es sich für mich ganz anders an, irgendwann krankheitsbedingt aus meinem "selbstdesigntes Pappmaché-Schloss" gepurzelt bin und entdeckt habe habe, welches Geschenk der Freiheit in meinem all-ein sein liegt. Diese Krankheit war für mich ein echter Segen in Verkleidung.
    Da ist der ein-same Same in der einen aufgegangen und ich hab gelernt, dass das Leben keine Fehler macht.
    Oder mit Leonard Cohen in der: "There is a crack, a crack in everything and that's how the light gets in."

    Ob wir es "gesellschaftstechnisch haben wir es in jedem Fall ganz ungebenedeit verkackt" haben bestimmen wir miteinander jeder Tag selbst. Vielleicht gilt es auch nur eine andere gesellschaftliche Wir-Gruppe zu bilden.

    Das Skurillste ist, dass das ein Blog über Sinn, Leadership und Zusammenarbeit ist....
    Zunächste dachte ich wo ist da die zugewandte, liebevolle Selbst-Führung, die annehmende Zusammenarbeit mit dem inneren wilden freien, mit sich selbstverbundenen, reifen Frau?
    Dann merkte ich, das ist ein wirklich moderner Ansatz, nicht die Antwort bringen, sondern die Verzweifelte Frage teilen und schauen was zurückkommt und draus wird ... Danke - hab was gelernt

  • #43

    Eine Frau (Dienstag, 14 Juni 2022 14:34)

    Ein so wichtiger Beitrag, aber auch so traurig. Nicht jedem Menschen ist es vergönnt einen Partner zu finden, mit dem Frau eine Familie gründen kann. Oder es ist einfach so, dass die Natur es einfach nicht will.
    Unsere Gesellschaft ist so gesättigt, dass wir vor lauter Möglichkeiten es nicht mehr sehen, dass viele Dinge einfach nicht selbstverständlich sind.
    Klar, man kann adoptieren, sich nen Hund anschaffen oder auch sich künstlich befruchten lassen.
    Aber das sollte jeder selbst entscheiden, ob er sich dafür auch in der Lage fühlt solch eine Herausforderung anzunehmen.
    Und das ist in einer Situation, die auch noch ungewollt ist, verdammt schwer.

  • #44

    Susan D. (Dienstag, 14 Juni 2022 17:56)

    Es wäre besser gewesen, aus meiner Sicht, all diese schwarzen Versager-Gedanken auch in den beschriebenen „übergroßen Buchsbaumtopf“ zu kotzen als hier zu veröffentlichen. Und damit eine verkopfte Pseudo-Diskussion loszutreten. Mit so einem verkrampften, maximalustischen „Mindset“ wie im Artikel beschrieben scheint es OHNE ZWEIFEL schier unmöglich, eine/n PartnerIn zu finden. Und wieso sollte NUR die biologische Fortpflanzung & Familie wichtig und Lebens-Sinn-stiftend sein ? - und nicht EBENSO die Ideen - bzw. Projekt-Weitergabe, Bewahrung in anderen, wichtigen GEMEINSCHAFTS - Kontexten? Warum lese ich in diesem Artikel NULL DANKBARKEIT für die vielfältigen Möglichkeiten, Privilegien der Lebensentfaltung, die SIE, Nicole, bisher wahrnehmen und genießen konnten? Nur Streß??? So What. Gehen Sie schwimmen im nächstgelegenen SEE oder in ein Café in BARCELONA. Nehmen Sie sich dringend eine AUSZEIT und wandern nach Santiago de Compostella oder ähnlichen Weg. Das ERDET. Die Übelkeit schwindet - und Sie klnnen wieder durchatmen, alles kommt an seinen Platz. LG .

  • #45

    Kora (Dienstag, 14 Juni 2022 23:18)

    Klasse Artikel. Sprühend vor Ironie und Witz. Zeigt das unsere Gesellschaft noch viele alte Zöpfe trägt. Jeder Mensch in seinem Bereich muss Erwartungen erfüllen, damit er/sie Akzeptanz erfährt und "dabei" sein darf. Rollenbilder sind aber nicht zementiert. DAUERT eben noch bis das -offener-freier-besser wird. . Hoffentlich

  • #46

    Tabea (Dienstag, 14 Juni 2022 23:32)

    Dein Artikel hat mir die Augen geöffnet. Ich bin alleinerziehend, drei Kinder von zwei Männern und ICH sah mich immer als Kakerlake der Gesellschaft. Wer will denn bitteschön mit so jemandem wie mir zusammen sein? Tinder fällt wegen Erschöpfung aus. Karriere fiel wegen Kindern aus. Arbeitslos in der 2. Umschulung , halbtot, keine Zeit, keine Illusionen mehr… dafür Kinder. Ich habe mich bemitleidet. Ich fühlte mich arm und unbemannt überlastet. Seit Deinem Artikel sehe ich: ich jammere auf hohem Niveau. Ich habe Glück gehabt. Ich habe Euch tierisch beneidet. Jetzt sehe ich eure Not. Vielleicht hilft es Euch, unsere zu sehen und vielleicht könnten wir uns gegenseitig helfen, statt gegenseitig zu beneiden. Ich hätte gerne ne Freundin wie Euch. Ich wäre gerne weniger verzweifelt, ohne Karriere und Geld.
    Ihr seid nicht Schuld und ich auch nicht. Das System ist krank, weil es Mütter kaputt macht und Frauen vermännlicht. Wir brauchen ein System, das Männern UND Frauen gerecht wird, statt Gleichmacherei für Gleichberechtigung zu halten.
    Danke für den Artikel. Ich bin total berührt davon. Wir haben keine Schuld. Wir haben gewählt und hatten am Ende keine echte Wahl. Danke. Jetzt verstehe ich eure Not.

  • #47

    Sabine (Mittwoch, 15 Juni 2022 08:06)

    Zehn Jahre später. Vielen helfen dann weder die Kinder ( weg sind sie oder eben auch nicht, Hotel Mama) noch das Eigenheim (muss nun aber dringend renoviert werden) oder gar der Mann/die Frau (lieblos, Gewohnheit, alt werdend) weiter. Es ist nicht die Verpackung, die zählt, sondern das, was darin zu finden ist. Unabhängig von Schleifen, Bordüren usw. Ein besticktes Kissen mag auch für Verheiratete hilfreich sein und das Seniorenheim ist nicht für Übriggebliebene reserviert. Sucht euch Freunde. Versteht euch mit euch selber, auch in Phasen des Selbstmitleids. Wer Sinn in dem, was er täglich lebt, empfindet, ist von äußeren Umständen unabhängig.

  • #48

    AS (Mittwoch, 15 Juni 2022 08:39)

    Sehr schön geschrieben, pointiert und provokativ.

    Zum Inhalt: Eine Hauptkrankheit der Menschheit ist es, andere Menschen zu verurteilen und in Schubladen zu stecken. So viele Leute regen sich darüber auf, was ein Anderer tut, was er/sie anzieht, was er/sie denkt oder auslebt. Es gibt aber kein "richtig" oder "falsch", alles gründet auf Konditionierung, Tradition oder (ganz schlimm) blindem Glauben. Daher stellt sich auch nicht die Frage nach der "Schuld". Die Dinge sind so wie sie sind, sonst wären sie nicht geschehen. Es sind schlichtweg die Konsequenzen unseres Handelns. Die Ergebnisse sind dann entweder hilfreich/nützlich oder eben nicht.

  • #49

    Ilka (Mittwoch, 15 Juni 2022 10:01)

    Ich kann mit dem Artikel leider nichts anfangen. Das Thema ist ja schon sehr alt und vielfach (aus)diskutiert. Es gibt Frauen mit Kind und Karriere, Frauen ohne Kind und ohne Karriere und Frauen mit jeweils nur einer "Eigenschaft". Laissez faire. LG

  • #50

    Verenw (Mittwoch, 15 Juni 2022 10:44)

    Ach heerje.... Ich bin jetzt Anfang 50 kinderlos uns erst seit einem Tag vor meinem 50 Geburtstag verheiratet :) und das innerhalb von drei Wochen entschieden und umgesetzt. Und Anfang 40 fühlte sich dieser Zustand noch als Mangel an. Jetzt eher als Entlastung. Es ist nicht so, dass dieser Planet nach noch mehr Menschen schreit! Es ist die Frage, wohin wir unsere Energie und Aufmerksamkeit senden. Nicht nur die Erde braucht uns: unsere Demokratie mindestens genauso. Es gibt wirklich genug wichtiges zu tun für W/D/M Der Pizzarand ist im übrigen das Bekömmlichste von diesem netten Junk �

  • #51

    Isabell (Mittwoch, 15 Juni 2022 10:53)

    Ich musste lachen :-), es hat an vielen Stellen den Nagel auf den Kopf getroffen. Unverblümte Passagen mit frappanter Offenheit und Ehrlichkeit. Mir hat der Artikel gut gefallen, weil er einen Bereich anspricht, der eventuell genau für diese Zielgruppe in diese Zeit passt. Bei mir persönlich war es genau anders herum. Ich bin Unternehmerin (28), habe mehrere GmbH's gegründet und leite sie auch jetzt noch (57) und habe eine Familie mit 2 Kindern. Ein lebenslanger Marathon und ich könnte gleichermaßen von Situationen berichten, die andere zum Lachen (oder Weinen) bringen. Schlaflose Nächte, highheels, sinnlose meetings, Kindergeburtstag, Abendessen mit Lieferanten, Kopfweh, Kinderarzt, Schule, Personal - ein Wahnsinns Mix an Leben. Ich habe es gemocht und ich mag es jetzt noch. Es ist auch Charaktersache, wie man mit den Lebensphasen umgeht, ob man sie akzeptiert und nicht mit allem hadert und allem voran ist es immer Dankbarkeit. Die fängt im profanen an und hört nie auf. Danke Nicole für die Ansichten und den Artikel, der sicher zum Nachdenken anregt.

  • #52

    Andi (Mittwoch, 15 Juni 2022 12:12)

    Sehr gut, mit viel Beobachtungsgabe und sprachlicher Liebe zum Detail geschrieben.

  • #53

    Karina (Mittwoch, 15 Juni 2022 12:31)

    Danke für diesen Artikel - mein Mann und ich (beide gerade in Elternzeit mit unserem Kind) haben uns sehr amüsiert - zumal ich vom mindset sicherlich auch zu den Karrierefrauen gehöre mich aber bewusst dagegen entschieden habe, wir haben uns bewusst dagegen entschieden. Beide arbeiten nun in TZ, bis das Kind in die Kita geht. So steigen wir beiden vllt nicht auf und haben FINANZIELLE Einschränkungen, aber hey - es ist UNSER Kind, UNSERE Entscheidung und somit tragen wir BEIDE die Konsequenzen, indem wir beide kürzer treten und das Kind betreuen und Zeit mit ihr verbringen. Ja, es wird jetzt erstmal kein Eigentum und 2 Urlaube im Jahr geben, man muss den Taler auch hin und wieder 2x umdrehen... Dann ist es halt nicht DIE Karriere, sondern einfach der Job neben der Familie. Ich finde, man sollte aufhören sich in unserer Gesellschaft nur über den Job/Karriere zu definieren. Das ist doch nicht das, was einen Menschen ausmacht. Auch Kinder sind keine "Errungenschaft", über die man sich definieren sollte. Soziale Kompetenzen, Engagement und Menschlichkeit kommen viel zu kurz...

  • #54

    Alexandra (Mittwoch, 15 Juni 2022 12:53)

    Es ist natürlich sehr toll geschrieben, und spiegelt vieles wieder, was ich auch denke, oder erlebe. Und trotz allem muss ich hier auch mal eingrätschen. Warum - warum um Himmels Willen geht alle Welt davon aus, dass - wenn ich kinderlos bin - eine Karriere habe(n muss)???
    Nein, nein und nochmals nein. Ich habe gar keine Karriere. Und Nein, ich habe mich auch nicht gegen Kinder entschieden. Ich wollte Kinder, den Mann, die Familie, das Haus... und wenn man mir gesagt hätte, ich habe das mit 50 alles nicht, dann hätte ich ihn/sie aus meiner damaligen Sicht ausgelacht.... - so nach dem Motto, jajaaa.... na klar...aber ich doch nicht.
    Und doch ist es passiert.... Partnerschaften kamen und gingen, mit Männern - die Kinder wollten - mit Männern, die keine Kinder wollten, und bevor die Frage nach einer gemeinsamen Zukunft kam, war die Beziehung oft beendet, mal von mir - aber auch von den Männern. So verging die Zeit, auch mit längeren Phasen der Beziehungslosigkeit. Kinderwunsch von der Samenbank? Sich von irgendwem sich schwängern lassen? Dazu war ich nicht der Typ Mensch, ich wollte bei den Themen Familie/Kinder, dieses mit einem Mann (der mir Partner/Freund und Liebhaber ist) gemeinsam entscheiden.
    War ich zu gutgläubig, zu gelassen? Hatte ich nicht zu sehr drauf gedrängt, es eher laufen lassen, kam ich alleine zu gut klar?
    Ich weiß es nicht, und dann war ich auf einmal 40 - Panik, Familienwunsch wurde größer und dann - kein Mann in Sicht - über Jahre. Und nun? Ja was nun?
    Sich abfinden? fiel mir immer schwer, aber mit den Jahren schwindet die Hoffnung. Und will ich das, in dem Alter noch ein Kind? vielleicht Resignation, vielleicht Verdrängung. oVielleicht die Einsicht, dass man nicht für das Muttersein vorgesehen war. Das mit sich selbst auseinandersetzen...das aufarbeiten, das loslassen können von Wünschen.... man sieht sich im Freundeskreis/Bekanntenkreis um. Tatsächlich gibt es in meinem viele - die keine Kinder haben (gewollt, und ungewollt), viele Paare, die ohne Heirat zusammen sind, viele Alleinerziehende, usw.
    Betrifft also doch nicht nur mich, es wird etwas leichter.
    Und nichts, aber auch gar nichts davon hat mit Karriere oder dem Wunsch danach, zu tun. Bin weder selbständig- noch in einer Führungsposition.
    Aber warum ich? Ich - die Familie liebt, die am liebsten einen 20er Tisch mit Leuten um einen rum hat.... die Feste und Zusammengehörigkeit liebt . Ja mich hat es erwischt, mit der Kinderlosigkeit und ehrlich - ich weiß es nicht, warum das so ist. Ich versuche es dabei zu belassen, mich von all dem zu verabschieden, was für mich "normal" vor allem aber für die anderen "normal" ist. Aber ist es das? Bin ich nicht auch ein Opfer der Gesellschaft?
    Ich versuche mich damit auseinander zu setzen. Und trotzdem ein beitragender Teil zu sein. Solange es Menschen in meinem Umfeld gibt, denen ich ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann - muss ich wohl "richtig" sein.

  • #55

    Egal (Mittwoch, 15 Juni 2022 13:12)

    Meine Güte! Schalt mal einen Gang runter. Soll jede und jeder so leben wie er/sie mag.
    Mit oder ohne Karriere. Mit oder ohne Kinder.

    Sich hier dermaßen als Opfer zu inszenieren ist in meinen Augen einfach nur lächerlich.

  • #56

    mICHa (Mittwoch, 15 Juni 2022 14:48)

    @Tabea:
    Sowohl Dein Satz

    "Wir brauchen ein System, das Männern UND Frauen gerecht wird, statt Gleichmacherei für Gleichberechtigung zu halten."

    als auch Deine Aussage

    "Das System ist krank, weil es ... Frauen vermännlicht."

    haben mich beeindruckt, da sie den Anspruch und den Irrweg der vermeintlich Umsetzung dieses Anspruchs aus meiner Sicht glasklar in nur wenigen Worten zusammenfasst.

    Danke dafür!

  • #57

    Marion (eine andere) (Mittwoch, 15 Juni 2022 16:11)

    Ich bin ein bisschen unsicher. Erlebst du das genau so oder ist das stark übertrieben? Es gibt viele Wege, Sinn ins eigene Leben zu bringen. Kinder zu haben ist nur einer davon.
    Kinderlose Frauen hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Wir sollten einfach endlich aufhören, Kinderlosigkeit zu werten.

  • #58

    Yvonne (Mittwoch, 15 Juni 2022 18:17)

    So traurig es ist, ein Bravo an die Verfasserin !

  • #59

    Beate (Mittwoch, 15 Juni 2022 19:49)

    Soll ich lachen oder weinen?

    „ … ungebenedeit …“ finde ich sehr gut in einem der Kommentare, wonderful Satire.

    Seien Sie mal über 30 Jahre verheiratet und haben all das wovon Sie träumen… der Schuss kann auch nach hinten los gehen.

    Die Zufriedenheit kommt nicht nur von „gesellschaftlicher Konformität“.

    Es gibt auch Anderes was dem Leben Sinn geben kann.

    Sie schaffen das :-).

  • #60

    Tabea (Mittwoch, 15 Juni 2022 20:21)

    @Micha
    Danke für die Blumen. Das hat mich sehr gefreut.

    Und @all:
    Ich möchte die bitten, die sich in der Not der Autorin nicht wiederfinden oder sie für lächerlich halten, dann nicht noch nen Shitstorm zu starten. Verständnis für das seine Situation wünscht sich doch jeder Mensch. Ich finde es wichtig, diesen Artikel als genau das wahrzunehmen: die Suche nach gesellschaftlichem Verständnis für eine Not, die in dieser Gesellschaft wenig gesehen wird. Und diese Not haben nicht nur Frauen. Unerfüllter Kinderwunsch… wer ihn kennt, weiß, dass es wenig Schmerz gibt, der grösser ist. Ich finde den Artikel sehr wichtig und einen Meilenstein für unsere gesellschaftliche Entwicklung. Was für ein „Coming out“! Danke für den Einblick in Deine Verzweiflung. Ich finde das sehr mutig und es macht so verletzbar, das offen zu sagen. Ich hätte das nicht sehen können ohne diesen Artikel.

  • #61

    Mascha (Mittwoch, 15 Juni 2022 22:00)

    Schön mit Worten gewürzter Text, dramatisch geschrieben... habe ich früher auch, als ich noch Zeit hatte lange Texte zu schreiben ohne unterbrochen zu werden, ständig, seit langer langer Zeit... heute habe ich einen fast 12-jährigen Sohn und bin alleinerziehend. Keiner plant es, alleinerziehend zu sein. Kaum eine Frau plant die totale Kinderlosigkeit. Hinterher zählt nur die Situation anzunehmen, wie auch immer dann geartet. Ich habe nur eine kleine Wohnung und kein Auto - das ist der Preis dafür, dass ich ab 13.00 Uhr für meinen Sohn da sein kann und ihm ein "lecker Mittachessen" kochen kann und werde. Für uns beide Luxus. Der Vater entpuppte sich als schwieriger Charakter, gut wenn ich mir nicht ewig dafür Vorwürfe machen werde.... "Hilfe! Der Sohn hat keinen Vater! Hilfe, wir sind so arm! Hilfe, die Waschmaschine ist kaputt - wer kann sie reparieren...?!" Im Grunde genommen geht es darum die eigene Lebenszeit sinnvoll zu nutzen. Man möchte als Frau etwas geben. Entweder den eigenen Kindern, fremden Kindern (als Erzieherin etc.), dem Ehemann und wenn das nicht möglich ist, dann ehrenamtlich oder oder oder. Der Focus auf sich selbst macht nicht glücklich. Das ist der springende Punkt. Egoismus kills einfach. That´s it. Love & 10 Gebote. Allen alles Gute. Gesundheit kommt dann von alleine... ;-) !!!

  • #62

    Kali (Donnerstag, 16 Juni 2022 11:34)

    Ich habe gerade meinen Spitznamen von vor 20 Jahren (damals Mitte 30) gehört:

    „Männer-mordendes-Management-Monster“

    Der Erfinder ist ein Mann. Auf jeden Fall ist der Name kreativ. Aber ist das die Sicht von Männern auf Frauen, die ihrer Karriere Vorrang geben?

  • #63

    Frau A. (Donnerstag, 16 Juni 2022 14:07)

    Schade, dass hier an einigen Stellen Bashing gegen diejenigen betrieben wird, die es (noch?) nicht schaffen, sich aus ihrem Unglück zu erheben. Auch jenseits der bloßen Fokussierung auf die Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen können aus nicht erfüllten Lebenswünschen wie Partnerschaft und Familie große persönliche Nöte wachsen. Scheitern an persönlichen Vorstellungen ist schlimm und Einsamkeit kann krank machen. Fancy (oder auch sinnvolle) Hobbys, Reisen und Unabhängigkeit machen noch lange nicht jede*n glücklich, wenn anderes fehlt. Die größtmögliche Freiheit wird denen zuteil, die nichts zu verlieren haben. Viele von uns sind nicht zum Alleinsein gemacht. (Und selbst im Nicht-Alleinsein kann wiederum viel Einsamkeit entstehen.)
    Ich kenne beide Seiten der Medaille und hätte gut und gerne eine „Übriggebliebene“ wie im Beitrag bleiben können. Das Blatt hat sich erst spät gewendet und dann umso mehr. Der Preis war und ist in mehrerer Hinsicht groß. Und doch ist es mein allerbestes Leben. Es kam später als erhofft, es ist härter als vorgestellt, es bedeutet Verzicht in verschiedener Hinsicht, aber es ist schön. Immer mit dem Hintergedanken, dass Glück sehr flüchtig sein kann. Und trotzdem.

    Ich wünsche allen, die es sich selber wünschen, den langen Atem, den es vielleicht brauchen wird, um das Schöne zu finden oder neu zu entdecken, wie immer das aussieht.

  • #64

    Doris (Donnerstag, 16 Juni 2022 16:12)

    Ich finde den Artikel ausgesprochen gut und zutreffend, zugegeben sehr bissig für die „Betroffenen“. Mich hat er sofort an eine Single- Freundin erinnert, die eigene Kinder ablehnt, auf die der Text zu fast 100% zutrifft. Immer gestyltes Outfit, und tägliches „Tindern“ genau wie beschrieben. Und kurze Beziehungen mit Single-Männern, anfangs aufschäumend schön, „wir haben soo viele Gemeinsamkeiten!“ - und dann verabschieden sie sich plötzlich weil sie „noch nicht reif für eine neue Beziehung sind“. Das macht sie immer wieder todtraurig und sie ist fast davor zu kapitulieren und keine Beziehung mehr einzugehen.
    Mein Rat an die Singles, die so im Hamsterrad kreisen: den Mut aufbringen , alleine etwas zu unternehmen: Essen gehen, ins Theater, allein in Urlaub fahren, auch wenn das auf den ersten Blick schwer fällt: es gibt passende Aktivurlaube… welcher vielleicht interessierte Mann tritt an einen Tisch mit 3 kichernden attraktiven Frsuen heran und spricht eine an??ich rate auch, v.a. Die gewohnten Pfade verlassen, neue Hobbies suchen, evtl. Tanzkurs machen, Segeln lernen, Kochkurs, photografierkurs, Tauchen lernen u.v.m. Nach meinen Erfahrungen halten gemeinsame Interessen zusammen, auch wenn die erste Verliebtheit verflogen ist, und sie verfliegt i m m e r .

  • #65

    Mari (Freitag, 17 Juni 2022 21:38)

    Ich verstehe wenig ob der Artikel ironisch sei oder nicht. Glaube aber dass jede Frau frei ist zu entscheiden was ihr lieber ist (Kinder oder Karriere). Das große Problem unserer Gesellschaft ist, dass egal wie eine Frau sich entscheidet, die Gesellschaft(Mann oder Frau) ihr niemals in ihren Entscheidungen unterstützen und Wert geben, einfach weil sie Frau ist�

  • #66

    Karin (Sonntag, 19 Juni 2022 21:03)

    Wenn beide Karriere machen wollen, dann gibt es Kindermädchen - man muss nur bereit sein, diese in die Familie zu integrieren und 10 Jahre auf teure Urlaube zu verzichten - wir haben sehr von unseren AuPair Mädchen profitiert - die Geschichten aus fremden Ländern bereichern jedes Abendessen - und wir hatten auch nur 4 Zimmer und die AuPairs hatten kein extra Bad. Aber wir haben zwei Karrieren, und entspannte Kinder. Go for it - 40 ist doch heute nicht zu spät für Kids und man muss dafür auch nicht die erreichten Karrierestufen opfern.

  • #67

    Daniel (Montag, 20 Juni 2022 13:46)

    Eigentlich tun Frauen die sich gegen Kinder entscheiden sehr wohl etwas Gutes. Es gibt im Westen eh zu viele Menschen, dem Klimawandel tut es gut. Außerdem wird die nächste Generation Kinder es nicht mehr so gut haben, mitunter sogar ziemlich besch***en. Ich kenne übrigens viele Frauen und Männer die ganz glücklich mit ihrer Entscheidung sind keine Kinder zu haben.

  • #68

    Trotzich (Dienstag, 28 Juni 2022 09:57)

    Da leben wir viele Jahre miteinander in einer so hoch entwickelten Gesellschaft, streben nach dem goldenen Schein und sind am Ende mit unseren Ängsten, Sorgen und Selbstzweifeln allein in der Masse.
    Danke für diesen Einblick.

  • #69

    SimOne (Mittwoch, 29 Juni 2022 21:39)

    Hits the nail on the head :)
    Hab herzhaft gelacht - über den Artikel UND die vielen Interpretationen in den Kommentaren �

Nicole Thurn

Willkommen auf meinem Blogzine!

 

Mein Name ist Nicole Thurn und ich freue mich, dir Inspirationen, Impulse und Erfahrungen aus der Welt des Neuen Arbeitens zu liefern. Du suchst mehr Sinn, mehr Motivation, mehr Entfaltung im Job? Oder willst dich über frische, neue Ansätze zu Leadership und Zusammenarbeit informieren? Dann bist du hier genau richtig.  Ich bin gespannt auf deine Anregungen und dein Feedback, schreib mir auf nicole@newworkstories.com

Wenn du mehr über mein "Warum" wissen willst, klicke hier.  Viel Spaß beim Reinschmökern!


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