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zenschoolVR: Wahre Innovation kommt von innen

Interview. Der Japaner Kouji Miki hat während der Lockdowns seine ZenSchool für Leadership in die Virtual Reality verlagert – und das mit Erfolg. Hier finden Führungskräfte und Innovator*innen Zugang zu sich selbst – und zu ihrer wahren Innovationskraft.

Wir lernen einander über LinkedIn kennen. Ich schreibe Kouji in der Julia Culens Gruppe der Conscious Consulting Group an. Denn das Wörtchen "Zen" ist mir in seinem Profil ins Auge gestochen. Kouji lebt in Kamakura und organisiert dort seit Jahren die Zen 2.0 Conference, zu der buddhistische Mönche, Leader auf C-Level und andere Menschen aus Wirtschaft und Philosophie zusammentreffen. Und schon bei unserer ersten Konversation hilft uns Künstliche Intelligenz: mit dem Übersetzungstool DeepL sprechen Kouji Miki und ich miteinander. Denn weder kann ich Japanisch, noch spricht Kouji fließend Englisch. Im Zoom-Call spricht Kouji dann doch besser Englisch als er angekündigt hat. Und unser Interview über VR, Zen und Leadership und Innovation und warum all das miteinander die Zukunft des Arbeitens ausmacht, vertiefen wir dann wieder schreibend mithilfe von DeepL.

Kouji erzählt mir persönlich via Zoom, wie er vor einigen Jahren vieles verlor: seinen Job, sein Selbstbewusstsein, seinen Mut. Und wie die Praxis des Za-Zen - die Sitzmeditationstechnik aus dem Zen-Buddhismus –  ihn aus seiner Depression emporholte und er kreativer und innovativer wurde als je zuvor. Kouji Miki hat 2011 die zenschool gegründet, in der er mithilfe der Zenpraxis Unternehmer*innen und Führungskräften innovatives Denken beibringt. Daraus entstand während der Pandemie die "zenschool VR": hier bietet Kouji seine Trainings und Meditationspraxis in Virtual Reality ein - und das sehr erfolgreich.  Im Interview erzählt er, warum wir wahre Innovation in unserem Inneren suchen sollten, warum VR uns ungeahnte Räume des Lernens eröffnet und wie wir mit der Zen-Praxis gelassener und unternehmerischer denken. Kouji hat auch vor vier Jahren die internationale Zen 2.0 Conference in Kamakura ins Leben gerufen, die am 18. und 19. September im Hybridformat stattfindet. Taucht mit mir und Kouji ein in die Welt der inneren Stille. 

 

New Work Stories: Deine persönliche Geschichte, wie du während einer persönlichen Krise zu Zen gefunden hast, ist sehr berührend. Du kamst durch eine persönliche Krise zu Za-Zen. Was hat es bei dir bewirkt?

Kouji Miki: Ich war als Management-Forscher nebenbei in ein Venture eingestiegen und war in den Vorstand aufgestiegen, hatte gerade ein Haus gekauft und eine Familie gegründet - und dann kam die Lehman-Pleite und unser Business wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Es gab harte Einsparungsmaßnahmen und ich wurde vor die Wahl gestellt, das Unternehmen zu verlassen oder zu deutlich geringerem Gehalt weiterzuarbeiten. Das stürzte mich in eine Krise. Ich verfiel mehr und mehr in Existenzängste. Ich musste ja das Haus abbezahlen und eine Familie ernähren. Als die Ängste und die Depression immer schlimmer wurden, begann ich auf YouTube nach Entspannungstechniken zu suchen und kam schließlich zu einer Anleitung für die Sitzmeditation Za-Zen. Das hat mich gerettet. Durch die tägliche Meditation mit ganz konkreten Atemübungen habe ich gelernt, meine Gedanken kommen und gehen zu lassen - und meine Ängste wurden immer kleiner. Und ich habe einen anderen Effekt bemerkt: ich wurde kreativer und innovativer im Denken und kam so nach und nach auf meine Geschäftsidee, eine Zen-Schule  für Businessmenschen zu gründen. Gemeinsam mit einem Partner hab ich 2011 die zenschool in Kamakura gegründet. Durch die Pandemie sind wir im vergangenen Jahr in die Virtual Reality gewechselt und bieten zenschoolVR. 

 

Was denkstdu über die japanische, aber auch die westliche Geschäftswelt: Haben wir den Weg zu unserer inneren Weisheit verloren?

Kouji Miki: Nun ja. Ich halte die Unterscheidung zwischen dem Westen und dem Osten nicht mehr für sinnvoll, weil die Wirtschaft global und digital miteinander verbunden ist.Allerdings basiert das heutige globale Business zu sehr auf dem dualistischen und analytischen Ansatz von "0" und "1", "gewinnen" und "verlieren", "richtig" und "falsch". Dieser analytische Geschäftsstil hat die japanische Geschäftswelt aus meiner Sicht völlig verdorben. In der Vergangenheit haben etwa die Gründer von Toyota und Panasonic ihre Unternehmen mit einer starken Leidenschaft  und Vision gegründet. Sie haben versucht, die Welt in einer fernen Zukunft aus der Vogelperspektive zu sehen. Aber heutzutage basiert alles auf Logik, und wir machen unsere Geschäfte nach dieser Logik. In Zeiten der Unsicherheit, wie z. B. während der jüngsten Pandemie, müssen wir jedoch alles als "System" verstehen und aus der Vogelperspektive betrachten. Das ist eigentlich der Ansatz der Zen-Philosophie: sie betrachtet die Dinge nicht analytisch und getrennt voneinander,  sondern als ganzes System und reagiert somit auch systemisch. Im Zen kann diese Vogelperspektive der Dinge durch tiefe Meditation und Dialog realisiert werden. Ich lebe in Kamakura, dem Geburtsort des Zen in Japan. Im 13. Jahrhundert führte der damalige Herrscher (Shikken) der Samurai, Hojo Tokiyori, Zen als einen Weg für die Samurai ein, um ihren Geist zu weiterzuentwickeln. Die japanische Samurai-Kultur und Zen sind tief miteinander verbunden. In einer solchen Zeit des Krieges sollte übrigens auch die Politik nicht auf "0" oder "1" basieren, sondern auf einer großen Vision eines Landes, gefolgt von besonnener Logik. Ich glaube, dass Zen das beste Rezept für die Gewinnung einer solchen großen Vision ist.

 

Was genau lernen die Teilnehmer an der zenschoolVR?

Die Schule vermittelt Grundkenntnisse in der der Erstellung von Dienstleistungen, der Geschäftsplanung, dem Umgang mit Crowdfunding und dem digitalen Marketing. Aber das ist nur ein Teil. Die meiste Zeit beschäftigen wir uns damit, Geschäftsideen und Ideen zu Innovationen mithilfe der Meditation und aus gezielten Dialogen zu extrahieren. Das ist mit dieser Methode in weniger als die Hälfte der Zeit im Vergleich zu anderen Methoden möglich. Bei dieser Erfahrung geht es nicht so sehr um das Lernen, sondern darum, sich seines wahren Selbst bewusst zu werden. Die Methode dieses Dialogs beinhaltet eine kurze geführte Meditation und eine Selbstoffenbarung in VR. Diese Selbstoffenbarung findet im Schutz einer  gegenseitigen NDA (Non disclosure agreement, Vertraulichkeitsvereinbarung) statt, um einen völlig sicheren Raum zu schaffen. Der Hauptgrund für die Verwendung von VR war, dass wir uns wegen der Corona- Pandemie  nicht mehr physisch treffen konnten. Ursprünglich fand die zenschool in Kamakura physisch statt. VR hat uns große Fortschritte mit Zenschool ermöglicht.

 

Inwiefern Fortschritte?

VR macht es für den Einzelnen einfacher, sein wahres Ich auszudrücken und mit ihm zu interagieren.  Aufgrund unseres kulturellen Hintergrunds kann es für uns Japaner schwierig sein, sich vor anderen zu offenbaren. In der zenschoolVR kann man sich in einem VR-Avatarkörper unter einer Vertraulichkeitsvereinbarung miteinander unterhalten, ohne seine eigene Mimik zu zeigen. Obwohl wir uns völlig fremd und in Virtual Reality unterwegs sind, haben wir nach zwei Tagen intensiven Unterrichts eine starke Bindung zueinander aufgebaut, als wären wir enge Freunde. 

Mit dem Einsatz von Internet und VR ist es jetzt zudem möglich, Kurse nicht nur in anderen Teilen Japans, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus zu belegen. Seit der Erstellung der zenschoolVR-Website in englischer Sprache und der Zunahme englischsprachiger Ankündigungen erhalten wir auch zunehmend Anfragen von an Zen interessierten Menschen hauptsächlich aus Europa, ob sie den Kurs in englischer Sprache absolvieren können. Oft gründen die Klassenkameraden nach dem Kurs gemeinsam ein neues Unternehmen. Tatsächlich ist aus der zenschoolVR bereits eine regenerative Unternehmensgruppe entstanden.

 

Wo liegen die Vorteile und Grenzen von Virtual Reality, wenn du darin Zen unterrichtest?

Ich habe nicht das Gefühl, dass es irgendwelche Grenzen gibt. Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass man eine Internetverbindung mit einer gewissen Bandbreite benötigt, um die VR-Plattform nutzen zu können. Zen ist weder etwas, das man lehren kann, noch ist es etwas, das man lernen kann. Es gibt eine gewisse Essenz des Wissens, aber die Essenz des Zen ist es, das eigene  wahre Selbst zu finden. Um dies zu tun, ist das Wichtigste, sich seines wahren Selbst durch Meditation und Dialog mit einem tief vertrauensvollen Begleiter bewusst zu werden. Die von uns entwickelte Methode, bei der VR zum Einsatz kommt, schafft in kürzester Zeit einen Bewusstseinszustand der Selbstoffenbarung und ein Gefühl der Verbundenheit mit den anderen Teilnehmer*innen. Die Wirkung von VR auf das Bewusstsein wurde bereits von verschiedenen Forschungsinstituten im Bereich der Psychologie und Psychiatrie untersucht, kürzlich wurde auch die Verwendung von VR in der Psychiatrie und Beratung umfassend untersucht.

 

Wie kann Zen die Leadership-Skills verbessern?

Es reicht nicht aus, eine "Ich bin"-Führungspersönlichkeit zu sein, sondern man muss in der Lage sein, seine Schwächen offenzulegen und um Hilfe zu bitten. Wahre Führungspersönlichkeiten sind jene, die die Fähigkeit haben, ihre Schwächen zu offenbaren, und die über flexible mentale Muskeln verfügen – und die in der Lage sind, das Wissen, die Erfahrung und die Weisheit vieler Menschen zusammenzuführen. Achtsame Führungskräfte, die in der Lage sind, eine solche Verletzlichkeit zu zeigen, werden nachhaltige Innovationen und Gemeinschaften ermöglichen, die auch in turbulenten Zeiten überleben. Deshalb ist die Post-Corona-Ära eine Ära der neuen "Mindful Leader". Mit dieser Art von Leadership können wir unseren eigenen Fokus, unser Mitgefühl, unsere Entschlossenheit, unsere Widerstandskraft und unsere Vorstellungskraft durch die Praxis der Achtsamkeit und des Zen entwickeln. In unserer zenschool konzentrieren wir uns besonders auf den Bereich der Vorstellungskraft und unterstützen unsere Schüler*innen sechs Monate lang dabe, all das durch Achtsamkeitspraxis und tiefe Dialoge in einer immersiven VR-Erfahrung zu realisieren.

 

Warum ist es wichtig, als Innovator/als Führungskraft achtsam zu sein?

Ich denke, dass  moderne Technologien wie z. B. soziale Netzwerke, es uns sehr schwer machen, uns zu konzentrieren. Wir haben die Fähigkeit verloren, wirklich tiefgehend über ein Thema nachzudenken. Achtsamkeit gibt uns die Möglichkeit, tief über uns selbst und unsere Worte und Handlungen zu reflektieren und uns so selbst für eine begrenzte Zeit zu begegnen. Es ist auch eine Gelegenheit, Mitgefühl und Selbstliebe zu entwickeln, sich mit anderen in einem tiefen Dialog zu verbinden und voneinander zu lernen. Viele Probleme der modernen Welt werden durch einen überbetonten Individualismus verursacht – er ist zu einem Hindernis für Zusammenarbeit geworden. Diese Tendenz zum Individualismus ist eine Herausforderung für Ost und West gleichermaßen. In einer Zeit, in der die globale Umwelt gefährdet ist, sollten wir Unternehmen und Dienstleistungen schaffen, die einen Beitrag für die Gesellschaft und die Welt leisten. Hier wird ein Zuviel an Individualismus keine guten Ergebnisse bringen.  Innovation im post-Corona-Zeitalter erfordert Flexibilität und eine rechtzeitige Anpassung an neue Umstände. Die außergewöhnliche Führungskompetenz, das Wissen, die Erfahrung und die Talente einer einzelnen Führungskraft werden nicht ausreichen, damit Unternehmen überleben.

 

Du beschreibst in einem Blogbeitrag auf Medium.com, dass Zen "wahre Innovation" hervorbringt (siehe Grafik unten). Was ist der Unterschied zu herkömmlicher Innovation?

Im modernen Zeitalter des Internets haben die meisten Menschen Zugriff auf den gleichen Informationsstand, und die daraus resultierenden Innovationen sind dadurch fast identisch. Es wird einfach mehr vom Selben. Diese "Me-too"-Innovation kommt von außen, man löst die Probleme anderer.  Sie passiert inzwischen auch oft im Rahmen der "open innovation": für ein externes Problem wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Doch bei "wahrer" Innovation geht es darum, auf Informationen von außen zuzugreifen und diese zu bearbeiten, sondern darum, die grundlegenden Erfahrungen, Gefühle und Erinnerungen anzuzapfen, die wir in uns selbst haben. Die "wahre Innovation" ist untrennbar mit unserer intrinsischen Motivation verbunden - die Geschäftsidee somit mit der ganz persönlichen Mission des Unternehmers oder der Führungskraft.  "Wahre Innovation" aus intrinsischer Motivation heraus beflügelt uns und sorgt dafür, dass wir alle möglichen Hindernisse überwinden und durchhalten. Im Prozess der bewussten Evolution erkennen die Menschen, dass der Lebensweg, den sie wirklich brauchen, nicht im Außen, sondern in ihnen selbst liegt. Dasselbe gilt für den Prozess der Innovation: auch dort erkennen wir, dass es keine echte, nachhaltige Innovation gibt, egal wie viele Informationen wir von außen kombinieren. Der Schlüssel liegt darin, die Außenwelt so weit zu erforschen, dass man ihre Unwichtigkeit erkennt. Mit anderen Worten: Es bedarf eines Prozesses der Erkenntnis, dass es nach all dem Glanz und Glamour der Außenwelt dort draußen einfach nichts gibt.

 

Das heißt, Zen lässt uns im Innen das finden, was wir stets im Außen gesucht haben?

Es ist dieser Prozess des Suchens im Außen, der zu einer Transformation des Bewusstseins führt. Indem wir es wagen, etwas Vergebliches zu tun, können wir von der Erfahrung, dass es da draußen nichts gibt, dazu übergehen, aus unseren eigenen inneren Erfahrungen, Erlebnissen und Erinnerungen heraus innovativ zu werden: und das führt schneller zu echter Innovation.  Wir fragen unsere Teilnehmer*innen zum Beispiel danach, was für sie als zehnjähriges Kind aufregend war. Diese positive Aufgeregtheit, dieses Excitement wollen wir mit Meditation in uns wiederfinden. Denn wenn die Geschäftsidee auf persönlicher intrinsischer Motivation beruht, wird man auch bei Hindernissen und Durststrecken nicht so schnell aufgeben.

 

Wie kann die Zen-Meditation die Fähigkeiten der Selbstführung und der Innovation im Allgemeinen stärken?

Zen-Meditation hilft, Konzentration, Mitgefühl, Entschlossenheit, Belastbarkeit und Vorstellungskraft zu entwickeln. Das sind genau die Qualitäten, die sich die Herrscher der Kamakura-Periode (1185-1333) vor 800 Jahren von ihren Samurai-Kriegern wünschten, und diese Tradition wird auch heute noch in vielen der Zen-Tempel in Kamakura bewahrt und gepflegt. Darüber hinaus schulen wir unsere Teilnehmer*innen darin, die Dinge aus der Vogelperspektive zu sehen und mitfühlend gegenüber ihrer Familie, ihren Freunden, ihrem Team, ihrer Firma und ihrer Gemeinschaft zu sein. Außerdem schulen wir sie darin, ihr Ego loszulassen und Fragen an die Welt zu stellen. Wir vermitteln eine Weltanschauung, die benötigt wird, um neue Innovationen zu schaffen, ohne die eine einfache, ressourcenintensive Planung nicht auskommt. Die Kraft, etwas Neues aus dem Nichts zu schaffen, ist dieselbe Kraft, die vor 800 Jahren die Stadt der Samurai aus dem Nichts geschaffen hat.

Im post-Corona-Zeitalter wird übrigens nicht die Führung durch eine Führungspersönlichkeit wichtig sein, sondern die Weisheit und Zusammenarbeit vieler Menschen wird uns ermöglichen, unsere Unternehmen mit Supergeschwindigkeit und Flexibilität zu betreiben. Nur so können Unternehmen im Zeitalter der VUCA-Welt, in der alles passieren kann, überleben.

 

YAOKI, ein Mondrover, der vom Unternehmen des Zenschool-Absolventen Shin-ichiro Nakajima entwickelt wurde, wird 2021 Japans erste Monderkundung an Bord von Astrobotic's Mondlandefähre Peregrine durchführen. Insgesamt wurden 100 Millionen Yen an Sponsorengeldern gesammelt. 

 

Die SKYDRIVE Corporation, gegründet von Tomohiro Fukuzawa, einem Absolventen der zenschool, hat insgesamt 5,7 Milliarden Yen für die Entwicklung eines "fliegenden Autos" aufgebracht und arbeitet an dessen Kommerzialisierung.

  

Die Absolvent*innen der Zen-Schule haben erstaunliche Startups und Projekte gegründet. Was sagen sie über den Einfluss der Zen-Schule? 

Etwa 25 Prozent unserer Absolvent*innen haben ein innovatives Produkt oder Service umgesetzt. Manche haben ihren Umsatz um 500 Prozent gesteigert, andere haben erstaunliche Innovationen wie ein fliegendes Auto oder ein Mondfahrzeug umgesetzt. Tatsächlich sind viele Absolvent*innen, wenn sie gerade ihren Abschluss gemacht haben, besorgt darüber, ob sie innovativ sein können und ob das Seminar irgendeinen Einfluss auf sie gehabt hat. Denn oberflächlich betrachtet scheint es oft, als ob sich in ihnen selbst oder in ihrem Umfeld nicht viel verändert hat. Aber aufgrund des tiefen Dialogs im Prozess verlassen die Absolvent*innen das Seminar mit der Saat der Innovation, die bereits tief in ihren Herzen gepflanzt ist. Anstatt einer plötzlichen Veränderung haben die Absolventen das Gefühl, dass dieser Samen der Innovation mit der Zeit keimt und wächst. Bei manchen dauert es sechs Monate, bei anderen drei bis vier Jahre, aber große Innovationen benötigen eine gewisse Zeit. Sie können sehr schnell wachsen und zu großen Unternehmen werden und einen großen Einfluss auf die Gesellschaft bekommen. Nicht viele unserer Absolventen meditieren regelmäßig, aber wir bieten jeden Sonntagmorgen eine kostenlose Stunde Online-Meditationsunterricht für Absolventen an.

 

Was sind die unternehmerischen Ziele der zenschool und was sind eure nächsten Schritte?

Unser Ziel ist die internationale Expansion von zenschool VR in Europa, in den USA und in Asien. Da wir unsere englischsprachige Reichweite erhöht haben, erhalten wir immer mehr Anfragen von Menschen, die unsere Innovationsschule auf Englisch absolvieren möchten. Deshalb bereiten wir uns darauf vor, einen amerikanischen Absolventen weiter auszubilden und die zenschool auf Englisch anzubieten. Wir denken auch, dass es ein großes Potenzial für länderübergreifende Kooperationen und Partnerschaften gibt.

Zur Person: Kouji Miki

Kouji Miki berät seit über 20 Jahren kleine und mittlere Unternehmen in Japan. Er begann seine Karriere bei Fujitsu Limited und erwarb einen Master-Abschluss in Medien und Governance (Strategische Innovationstheorie) an der Keio Universität. Er stieg bei einem Venture ein und schaffte es dort bis in den Vorstand, wurde aber aufgrund der Finanzkrise 2008 entlassen. Um sich von diesem Schock zu erholen, praktizierte er jeden Morgen Zazen. Überrascht von den positiven Effekten auf seine psychische Gesundheit und Innovationskraft und Kreativität gründete er 2011 die zenschool, mit der er sich auf zen-basiertes Coaching für Führungskräfte und CEOs spezialisierte. Kouji hat selbst über 12 Jahre Erfahrung in Zen-Meditation und über 5 Jahre Erfahrung in Vipassana-Meditation. Seit dem vergangenen Jahr hat er gemeinsam mit seinem Team die zenschool in Virtual Reality verlagert und bietet sechsmonatige Zen-Trainings im virtuellen Raum an. Er ist Mitbegründer von Zen2.0, einer internationalen Konferenz über Zen und Achtsamkeit, die Vortragende und Mindfulness-Vertreter*innen aus der ganzen Welt anzieht. Er arbeitet daran, Kamakura zu einer achtsamen Stadt zu machen, in der Zen und IT kombiniert werden. Kouji ist auch Autor von zwei Büchern: "Let's Start Micro-Monozukuri" und "True Innovation". Mit seinem Unternehmen Zen 2.0 Foundation verfolgt Kouji die Mission, die Innovationskraft zu verbessern, indem er beim Bewusstsein von Führungskräften und Leadern aus Wirtschaft und Politik ansetzt und Traditionen wie Zen mit modernster Technologie wie VR miteinander verknüpft. 

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Nicole Thurn

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